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Ich versichere, dass jedes Werk, das ich auf dieser HP veröffentliche, von mir geschaffen wurde, es sei denn, es steht explizit geschrieben, dass es nicht von mir stammt. Wer eines meiner Werke für eigene Zwecke verwenden will, hat aufgrund des Urheberrechts die Pflicht mich danach um Erlaubnis zu fragen. Andernfalls folgen strafrechtliche Konsequenzen. Carsten Dietzel

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Entführung einer Millionärstochter

Kapitel 1

Vor einiger Zeit wurde Kogoro von einem Millionär (Ryuichi Minamisawa, 59, Besitzer einer Computerfirma) in einem sehr ungewöhnlichen Fall engagiert.
Herr Minamisawa empfand es als riskant, am Telefon über den Fall zu reden, also sollte Kogoro zu dem Anwesen der Minamisawas fahren, wo er dann über den Fall aufgeklärt werden sollte. Als wir bei dem Anwesen ankamen und an der Tür klingelten, fiel uns im großen Garten des Anwesens ein dunkel gekleideter Herr mit schwarzen Haaren (Koji Ebina, 54, Gärtner der Minamisawas) auf. Dann öffnete uns ein schwarz gekleideter Herr mit schwarzen Haaren (Tadahiko Michikawa, 46, Butler der Minamisawas) und sagte: "Sie sind bestimmt dieser Detektiv, den der Hausherr engagiert hat." Kogoro bestätigte: "Ja, das bin ich. Würden Sie mich bitte zu Herrn Ryuichi Minamisawa führen?"
Herr Michikawa führte uns daraufhin in ein großes, feudal eingerichtetes Zimmer. Dort saßen der Hausherr und ein junger Herr (Yuzo Minamisawa, 24, Sohn von Ryuichi Minamisawa). Herr Ryuichi Minamisawa fing an zu sprechen: "Wir haben Sie erwartet, Herr Akechi. Jetzt, wo Sie da sind, kann ich Ihnen erzählen, weswegen ich Sie hergeholt habe. Es geht um die Entführung meiner Tochter (Yuriko Minamisawa, 22, Tochter von Ryuichi Minamisawa)." Kogoro unterbrach: "Für so etwas ist doch die Polizei zuständig. Warum engagieren Sie mich wegen der Entführung Ihrer Tochter?" Herr Ryuichi Minamisawa sprach weiter: "Ich fange nochmals von vorne an. Meine Tochter Yuriko wurde, als sie dieses Anwesen verließ, von einer Person angegriffen und in ein Auto gezerrt. Dann fuhr das Auto weg. Ich war der Einzige, der das beobachtet hat. Dummerweise konnte ich die Person nicht erkennen, da sie einen Mantel anhatte und das Gesicht verhüllt hatte. Zwei Stunden später kamen Drohanrufe. Ich sollte 200 Millionen Yen auftreiben und nicht die Polizei benachrichtigen. Am vereinbarten Treffpunkt übergab ich der verhüllten Gestalt die 200 Millionen in einem Koffer. Die Gestalt nahm den Koffer und stieg in das Auto ein (Anm.: In Japan sitzt der Fahrer auf der rechten Seite). Das Glas des Autos war verspiegelt. Dann verschwand das Auto. Eine Stunde später erfuhr ich über das Telefon den Aufenthaltsort meiner Tochter. Ich fuhr alleine zu diesem Ort, einer alten Bruchbude. Im Keller der Bruchbude entdeckte ich dann schließlich meine Tochter." Kogoro fragte: "Und wie ging es Ihrer Tochter?" Herr Yuzo Minamisawa, der Sohn des Hausherrn, sagte enttäuscht: "Es ging ihr nicht besonders gut. Sie war tot. Sie wurde stranguliert." Der Hausherr ergänzte: "Ich rief sofort die Polizei. Leider konnte die Polizei keine Spuren feststellen und das Auto wurde auch nie gefunden." Kogoro fragte: "Sie haben doch die Drohanrufe erhalten. Kam Ihnen die Stimme irgendwie bekannt vor?" Herr Ryuichi Minamisawa sagte: "Das kann ich nicht sagen. Die Stimme des Anrufers war elektronisch verzerrt. Ich konnte also auch nicht bewerten, ob es ein Mann oder eine Frau war."
Plötzlich kam der Butler herein und sagte verärgert: "Und wir sind natürlich auch verdächtig, nicht wahr?" Herr Ryuichi Minamisawa sagte: "Natürlich. Schließlich habe ich Sie, den Gärtner und meinen Sohn Yuzo fortgeschickt, um meine Ruhe zu haben. Aber Sie kommen doch sowieso nicht in Frage, meine Tochter mit einem Auto entführt zu haben. Der Gärtner, Herr Ebina, hat sich vor einiger Zeit das Bein gebrochen. Und Sie, Herr Michikawa, kommen nicht in Frage, weil Sie nie den Führerschein gemacht haben. Und mein Sohn wird Ihnen den Grund nennen, warum er nicht in der Lage ist, ein Auto zu steuern." Herr Yuzo Minamisawa sagte: "Ich wurde von einer Gestalt, auf die die Beschreibung des Entführers meiner Schwester zutrifft, ins Bein geschossen. Ich weiß leider nicht, wer das war oder warum diese Person das gemacht hat."
Herr Ryuichi Minamisawa setzte fort: "Ich wurde am selben Tag, als ich allein im Anwesen war, beinahe erschossen. Ich lief in meinem Zimmer herum, plötzlich drangen Schüsse durchs Fenster. Es waren 6 Schüsse, dann sah ich aus dem Fenster und sah dieselbe Gestalt, die 4 Tage später meine Tochter entführt und ermordet hat. Am selben Tag erfuhr ich, dass mein Sohn im Garten des Anwesens ins Bein geschossen wurde. Ich verstand nicht wirklich, warum jemand zuerst meinen Sohn und mich anschießt und später meine Tochter entführt." Kogoro fragte: "Es stört Sie doch nicht, wenn ich mich mit meinem Assistenten hier im Anwesen umsehe, oder?" Herr Ryuichi Minamisawa sagte: "Darum habe ich Sie schließlich hergeholt, Herr Akechi."
Kogoro verließ mit mir das Zimmer. Wir gingen zunächst in den Garten, wo der Gärtner, Herr Koji Ebina, gerade arbeitete. Kogoro sah sich den Garten genauer an, dann entdeckte er auf den Steinplatten des Gartens einige dunkelrote Flecken. Kogoro fragte den Gärtner: "Stimmt es eigentlich, dass hier der Sohn des Hausherrn angeschossen wurde?" Herr Ebina antwortete leise: "Ja, hier wurde Herr Yuzo Minamisawa angeschossen. Ich habe ihn auf den Steinplatten liegen gesehen und habe ihn sofort verarztet. Ihm wurde glücklicherweise nur ins Bein geschossen und er war nicht in Lebensgefahr. Ich habe ihn gefunden, nachdem ich die wöchentlichen Einkäufe in der Innenstadt von Tokio gemacht habe." Kogoro fragte: "Und wann haben Sie sich das Bein gebrochen? Sie haben nämlich einen Verband am linken Fuß." Herr Ebina antwortete lächelnd: "Ich bin vor einer Woche von dem Kirschbaum in diesem Garten gefallen. Irgendein Tier hatte sich darin eingenistet. Ich stieg auf den Baum und hielt mich an einem brüchigen Zweig fest. Dann stürzte ich. Ich müsste jetzt eigentlich arbeiten. Würden Sie mich bitte entschuldigen?" Kogoro fragte: "Und Sie wohnen hier, habe ich Recht?" Herr Ebina antwortete darauf: "Ja. Ich wohne hier in dem Anwesen." Dann verschwand er.
Plötzlich fiel uns auf, dass aus seiner Manteltasche ein Metallstück herausragte. Kogoro fragte sich leise: "Könnte das der Lauf eines Revolvers sein? Eher nicht."
Wir verließen daraufhin den Garten und wandten uns an Herrn Michikawa, den Butler des Hauses. Kogoro fragte ihn: "Entschuldigen Sie. Was haben Sie eigentlich gemacht, als der Hausherr und sein Sohn angeschossen wurden?" Herr Michikawa antwortete mit kurzem Zögern: "Ich war auf meinem Zimmer in diesem Anwesen und habe gelesen. Doch plötzlich hörte ich in kurzer Zeit sechs Schüsse. Eine halbe Minute später hörte ich einen weiteren Schuss. Ich dachte zunächst, etwas wäre außerhalb des Hauses heruntergefallen, doch bei dem letzten einzelnen Schuss wurde ich skeptisch und sah aus dem Fenster. Im Garten lag der Sohn des Hausherrn. Er war blutüberströmt, aber er lebte noch. Als ich vom dritten Stockwerk aus in den Garten rannte, sah ich im Garten Herrn Ebina, wie er Herrn Yuzo Minamisawa verarztete." Kogoro fragte daraufhin: "Stimmt es auch, dass Sie nie den Führerschein gemacht haben?" Herr Michikawa antwortete: "Das stimmt. Ich bin dreimal durch die Führerscheinprüfung durchgefallen. Wenn Sie mich entschuldigen würden. Ich muss jetzt weiterarbeiten." Herr Michikawa verschwand in eines der Zimmer.
Wir gingen auf das Zimmer, das dem Sohn des Hausherrn gehörte. Dort saß Herr Yuzo Minamisawa und hörte klassische Musik. Herr Yuzo Minamisawa drehte die Lautstärke der Musik herunter, dann fragte er: "Was wollen Sie von mir, Herr Akechi?" Kogoro sagte daraufhin: "Ich wollte nur wissen, was genau an dem Tag passiert ist, an dem Sie angeschossen wurden?" Herr Minamisawa antwortete: "Ich habe gesehen, wie eine vermummte Gestalt auf das Fenster meines Vaters geschossen hat. Dann hat mich diese Gestalt wohl gesehen und hat auf mich gefeuert. So kam es zu der Schusswunde in meinem Bein. Zum Glück hat mich Herr Ebina ein paar Minuten später verarztet." Kogoro fragte: "Und wo war zu dem Zeitpunkt Ihre Schwester?" "Sie war bei einer Freundin. Sie kam am nächsten Tag von dort zurück. Und drei Tage später wurde sie schließlich entführt und ermordet."
Wir verließen das Zimmer und setzten uns in ein leeres Zimmer, um nachdenken zu können. Plötzlich sagte Kogoro: "Dieser Fall ist extrem merkwürdig. Warum wollte zuerst jemand Herrn Ryuichi Minamisawa, den Hausherrn ermorden und entführt und ermordet vier Tage später dessen Tochter? Ich meine, das Lösegeld hat der Täter bekommen. Warum hat er die Entführte nicht freigelassen? Kann es sein, dass der Täter eine der vier Personen auf diesem Anwesen ist?"
Plötzlich hörten wir einen lauten Schrei aus dem Garten des Anwesens. Wir sahen aus dem Fenster und sahen Herrn Ebina auf dem Boden des Gartens liegen. Wir rannten in den Garten, um nach Herrn Ebina zu sehen. Er war glücklicherweise nur bewusstlos. Als er nach einigen Minuten auf seinem Zimmer wieder zu sich kam, sagte er mit leiser Stimme: "Ich war gerade im Garten, doch plötzlich wurde ich von irgendjemandem von hinten niedergeschlagen. Ich verstehe das Ganze nicht mehr. War das schon wieder diese merkwürdige Gestalt?" Kogoro sagte: "Sie sollten sich darüber keine Gedanken machen. Legen Sie sich lieber hin." Wir verließen das Zimmer.
Plötzlich kam Herr Michikawa, der Butler, her und fragte nervös: "Was ist denn passiert?" Kogoro antwortete: "Herr Ebina wurde von jemandem im Garten des Anwesens niedergeschlagen. Er ist aber nur leicht verletzt. Melden Sie es bitte dem Hausherrn und seinem Sohn." Herr Michikawa nickte und verschwand.
Wir setzten uns wieder in ein großes Zimmer, um nachdenken zu können. Ich sagte: "Ich denke, jetzt ist der Täter klar. Nach den Regeln der Vernunft kommt nur Herr Michikawa, der Butler, in Frage. Herr Ryuichi Minamisawa kommt nicht in Frage, weil er beinahe erschossen wurde. Auch Herr Yuzo Minamisawa scheidet aus, weil er vom Täter angeschossen wurde und so unfähig war, das Auto für die Entführung seiner eigenen Schwester zu lenken. Und Herr Ebina, der Gärtner, wurde vor einigen Minuten vom Täter niedergeschlagen. Nur Herr Michikawa kommt als Täter in Frage. Er sagt zwar aus, er hätte keinen Führerschein, doch vielleicht kann er trotzdem Auto fahren. Nach den Regeln der Vernunft kommt nur Herr Michikawa als Täter in Frage." Kogoro erwiderte: "Aber die Regeln der Vernunft funktionieren in einem solch komplizierten Fall nicht mehr. Wir müssen das Ganze auf viel unkonventionellere Weise angehen. Was hatte der Täter denn für einen Grund, Herrn Ebina niederzuschlagen? In so einem Fall ist nämlich alles möglich. Ich glaube nämlich, dass wir ein wichtiges Detail übersehen haben. Mir fällt nur nicht ein, welches. Am besten durchsuchen wir noch das Zimmer der Entführten. Vielleicht hat der Täter dort ein wichtiges Indiz gesucht oder hinterlassen.
Wir gingen in das Zimmer der Ermordeten Yuriko Minamisawa. Dort lagen sehr viele Belege für Überweisungen auf das Konto der Ermordeten. Kogoro sah sich die Zettel genauer an, dann sagte er erstaunt: "Jeden Tag wurden mindestens 100000 Yen auf ihr Konto überwiesen. Doch merkwürdigerweise sind die Überweisungsbelege seit dem 21.10. verschwunden. Am 25.10. wurden ihr Vater und ihr Bruder angeschossen, am 29.10. wurde sie schließlich selbst entführt und ermordet. Heute ist der 4.11. und Herr Ebina wurde niedergeschlagen. Steckt dahinter ein System oder eine unglückliche Verkettung von Zufällen, das ist hier die Frage." Ich merkte an: "Aber was sollte der Täter mit den verschwundenen Überweisungsbelegen zu tun haben? Vielleicht sind sie gar nicht verschwunden, sondern …" Kogoro unterbrach: "Ich glaube, ich habe die Entführung durchschaut. Es war nämlich anders, als wir alle dachten. Aber ich weiß dennoch nicht, wer hinter der Entführung steckt. Und auch nicht, wie das überhaupt möglich sein konnte. Auch der Grund für die scheinbare Attacke auf Herrn Ebina ist mir unbekannt. Ich habe zwar einen starken Verdacht, aber keinen Beweis, der den Täter überführt. Plötzlich hörten wir aus einem leeren Zimmer das Klingeln eines Telefons. Wir rannten zu dem Zimmer, doch das Klingeln hörte abrupt auf. Dann schaltete sich der Anrufbeantworter ein: "Hier spricht Adam Smith. Sie haben mir doch vor einigen Tagen gemeldet, Sie würden am 3.11. zurückrufen, um mir zu sagen, wie es mit der Ware steht. Sie wollten mir sagen, wann Sie die Ware zurückbringen werden. Ich habe gestern den ganzen Tag auf Ihren Anruf gewartet, aber Sie haben mich nicht angerufen. Deswegen habe ich mir gedacht, ich rufe Sie an, um Sie zu erinnern."
Kogoro sah sich eine Telefonliste an, die neben dem Telefon lag. Die Nummer von dem Anrufer Adam Smith stand in der Mitte der Liste, darunter stand die Nummer von der Ermordeten Yuriko Minamisawa. Zwischen den Nummern war ein kleiner Pfeil. Kogoro dachte nach, dann ging ihm ein Licht auf: "Darum war das Verbrechen für den Täter also doch möglich. Und es ist mir auch klar geworden, wodurch der Täter überführt wird. Nur der Grund für den scheinbaren Angriff auf Herrn Ebina ist mir unbekannt." Er ging zu dem Zimmer von Herrn Ebina. Am Eingang lag Herr Ebinas dunkler Mantel, der herunterfiel, als wir Herrn Ebina auf sein Zimmer brachten. In der Manteltasche waren kleine Stückchen Erde, obwohl der Mantel vollkommen sauber war. Kogoro erinnerte sich an die Befragung von Herrn Ebina, dann schoss es ihm durch den Kopf: "So war das also. Mir ist gerade klar geworden, was hinter dem kompletten Fall steckt. Ich weiß, wer der Täter war, der zunächst Yuzo und Ryuichi Minamisawa angeschossen, Frau Yuriko Minamisawa entführt und ermordet und letztendlich Herrn Ebina niedergeschlagen hat. Ich weiß auch, warum der Täter das alles gemacht hat.
Ich habe sogar einen unumstößlichen Beweis, der den Täter überführt. Kein Zweifel, nur er kommt für dieses Mordkonstrukt in Frage. Und ich Idiot habe ihn von Anfang an wie die anderen Verdächtigen ausgeschlossen. Alles ist jetzt in sich stimmig. Wir können den Fall zur Auflösung bringen."



Kapitel 2

Kogoro begab sich zu dem Zimmer von Frau Yuriko Minamisawa. Er schien darin etwas zu überprüfen. Dann verließ er wieder das Zimmer und ließ die vier Tatverdächtigen vor diesem versammeln. Herr Ryuichi Minamisawa fragte erstaunt: "Wissen Sie etwa, wer mich und meinen Sohn angeschossen, vier Tage später meine Tochter Yuriko entführt und ermordet und heute letztendlich unseren Gärtner niedergeschlagen hat?" Kogoro antwortete darauf: "Ja. Ich weiß, wer hinter den drei Verbrechen steckt. Es handelt sich um einen von Ihnen. Als der Gärtner, Herr Ebina niedergeschlagen wurde, ist mir klar geworden, dass einer von Ihnen der Täter war. Ich erkläre Ihnen später, warum." Herr Ebina fragte aufgeregt: "Wer hat mich niedergeschlagen? Sagen Sie es uns!"
Kogoro fing mit seinen Schlussfolgerungen an: "Kommen wir zuerst zu Ihnen, Herr Ebina. Sie wurden angeblich vom Täter niedergeschlagen. Sie hätten das aber auch inszenieren können, um nicht zu dem Kreis der Tatverdächtigen zu gehören. Dennoch scheiden Sie aus, da wir Sie mit Ihrem gebrochenen Bein sowieso ausgeschlossen hätten. Ich erinnere Sie daran, dass Frau Yuriko Minamisawa mit einem Auto entführt wurde und es beinahe unmöglich ist, mit einem gebrochenen Bein Auto zu fahren. Wir hätten Sie sowieso als Täter ausgeschlossen. Es wäre also unnötig gewesen, einen Angriff auf sich selbst zu inszenieren. Herr Ebina kommt also nicht in Frage. Kommen wir zum Butler, Herrn Michikawa. Er scheidet auch aus, da er ausgesagt hat, dass er, als der Hausherr und sein Sohn angeschossen wurden, auf seinem Zimmer in diesem Anwesen war. Er hätte als Täter keinesfalls gesagt, dass er sich zur Tatzeit im Anwesen befand. Dadurch hätte er sich nur verdächtig gemacht. Somit kommen nur der Hausherr Ryuichi Minamisawa und sein Sohn Yuzo Minamisawa in Frage." Herr Michikawa fragte: "Und wer war nun der Täter?" Kogoro setzte seine Schlussfolgerungen fort: "Es war der Sohn des Hausherrn, Herr Yuzo Minamisawa." Herr Yuzo Minamisawa fragte wütend: "Und warum sollte ich so etwas machen? Außerdem war ich doch derjenige, der vom Täter angeschossen wurde. Ich scheide also ganz klar als Täter aus." Kogoro erwiderte: "Sie scheiden keinesfalls als Täter aus. Ihr Motiv ist schnell erklärt: Sie wollten Ihren Vater ermorden, um an das Erbe zu gelangen. Dummerweise schlug der Plan fehl und Sie mussten auf Plan 2 ausweichen. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass Sie Ihren Vater durch das Fenster hindurch erschießen, sich danach selbst ins Bein schießen und so als Opfer des Täters erscheinen." Herr Ebina fragte: "Aber der Anschlag auf den Hausherrn ist misslungen. Warum hat sich Herr Yuzo Minamisawa dann dennoch ins Bein geschossen?" Kogoro begründete: "Weil er so den Grundstein für den zweiten Plan legte. Er entführte seine Schwester und kassierte das Lösegeld." Herr Yuzo Minamisawa fragte: "Und wie soll mir das bitte möglich gewesen sein? Ich meine, mir war es gar nicht möglich, mit meinem verletzten Bein das Auto, das für die Entführung notwendig war, zu lenken." Kogoro erklärte: "Es war Ihnen nur möglich, weil Ihre Schwester den Plan unterstützt hat. Sie und Ihre Schwester haben zunächst Folgendes ausgemacht: Während Sie den Anschlag auf Ihren Vater verüben, sollte Ihre Schwester zu einer Freundin gehen und somit ein perfektes Alibi haben. Sie sollten Ihren Vater erschießen und sich selbst ins Bein schießen, um später nicht selbst als Täter da zu stehen. So würde die Verteilung des Erbes später reibungslos ablaufen. Das ganze misslang, doch Sie beide hatten ein Ass im Ärmel. Ihre Schwester ließ sich entführen und Sie beide würden das Lösegeld kassieren." Herr Ryuichi Minamisawa fragte: "Wie kommen Sie darauf, dass meine Tochter bei so etwas mitgemacht hat?" Kogoro antwortete darauf: "Ich habe in dem Zimmer Ihrer Tochter Überweisungsbelege gefunden. Ich nehme an, Sie, Herr Ryuichi Minamisawa, waren die Person, die ihr beinahe täglich Beträge in Höhe von 100000 Yen überwiesen haben." Herr Ryuichi Minamisawa nickte. Kogoro setzte fort: "Und merkwürdigerweise sind die Belege seit dem 21.10. dieses Jahres verschwunden. Das war vier Tage, bevor der Hausherr angeschossen wurde. Nach einigem Nachdenken bin ich darauf gekommen: Die Belege sind nicht verschwunden, es gab sie schlicht und einfach nicht. Herr Ryuichi Minamisawa hörte aus irgendeinem Grund auf, Geld auf das Konto seiner Tochter zu überweisen. Diese war damit nicht einverstanden und heckte mit ihrem Bruder einen Plan aus, um an Geld zu kommen." Herr Yuzo Minamisawa sagte daraufhin: "Dennoch konnte ich nicht das Auto für die Entführung meiner Schwester lenken." Kogoro lächelte und sagte: "Sie konnten das Auto nicht lenken, aber Ihre Schwester konnte das. So war das auch bei der Lösegeldübergabe." Der Hausherr erwiderte: "Das ist doch Schwachsinn. Der Entführer ist auf der rechten Seite, der Fahrerseite, eingestiegen. Meine Tochter saß auf der linken Seite, als sie entführt wurde. Das ist der Schwachpunkt in Ihrer Theorie." Kogoro sagte darauf: "Das ist schnell erklärt. Das Auto wurde in Amerika produziert und hatte daher das Lenkrad auf der linken Seite. Die Scheiben des Autos waren verspiegelt, damit Sie das Lenkrad auf der falschen Seite nicht erkennen würden und bei der Lösegeldübergabe Ihre Tochter nicht am Steuer sehen würden. Wahrscheinlich hatte Ihre Tochter das Auto vor dem Anwesen geparkt. Das Auto würde nämlich erst bei der Entführung auffallen und so dachte jeder, der Entführer wäre auch gleichzeitig der Fahrer des Wagens. Der vermummte Entführer war Ihr Sohn. Er führte wahrscheinlich sowohl bei der Entführung als auch bei der Lösegeldübergabe nur sehr langsame Bewegungen aus, damit man nicht erkennen würde, dass sein Bein verletzt war, habe ich Recht, Herr Ryuichi Minamisawa?"
Der Hausherr bestätigte, dann sprach Kogoro weiter: "Das Auto hat sich Herr Yuzo Minamisawa aus Amerika importieren lassen. Ich habe zufällig die Nachricht des Herstellers, eines gewissen Adam Smiths, auf dem Anrufbeantworter gehört. Er sprach von einer Ware, die Sie zurückschicken sollten. Bei dieser Ware handelte es sich um das Auto amerikanischer Bauart. Um das Auto und somit einen lästigen Beweis zu beseitigen, wollte Herr Yuzo Minamisawa das Auto wieder zurück in die USA schicken." Herr Yuzo Minamisawa fragte: "Und warum hätte ich unseren Gärtner niederschlagen sollen? Ich hatte keinen Grund dazu." Kogoro erwiderte: "Doch, Sie hatten einen Grund. Herr Ebina, der Gärtner, hat den Revolver, den Sie bei dem Anschlag auf Ihren Vater verwendet haben, im Garten zufällig entdeckt und versteckte diesen, um nicht selbst dem Anschlag auf den Hausherrn verdächtigt zu werden. Da Herr Ebina in diesem Anwesen wohnt, konnte er den Revolver nicht in seinem Zimmer verstecken. Hätte man den Revolver nämlich auf seinem Zimmer gefunden, wäre Herr Ebina der Hauptverdächtige in diesem Fall gewesen. Darum trug er den Revolver immer bei sich. Und zwar in seinem Mantel. Ich habe vorhin bei der Befragung von Herr Ebina den Lauf des Revolvers aus seiner Manteltasche herausragen gesehen." Herr Yuzo Minamisawa fragte: "Und was hat das nun mit mir zu tun?" Kogoro erläuterte: "Sie mussten, nachdem Sie sich nach dem misslungenen Anschlag auf Ihren Vater ins Bein geschossen haben, den Revolver verstecken. Da Sie mit Ihrem verletzten Bein aber nicht besonders beweglich waren, verbuddelten Sie den Revolver in der Erde des Gartens. Herr Ebina, der Gärtner, fand den Revolver später bei den Gartenarbeiten. Ein Indiz dafür ist, dass in Herrn Ebinas sauberem Mantel Erdstückchen waren. Diese kamen zustande, als Herr Ebina den ausgegrabenen Revolver in seine Manteltasche gesteckt hat. Sie, Herr Yuzo Minamisawa, wollten heute den Revolver ausgraben und verstecken, damit er von mir nicht gefunden werden konnte. Da Sie den Revolver nicht finden konnten, kamen Sie zu der richtigen Annahme, dass Herr Ebina, der Gärtner, den Revolver gefunden hat und bei sich trug. Sie schlugen ihn daraufhin nieder und entwendeten ihm den Revolver." Herr Yuzo Minamisawa fragte lachend: "Und warum sollte ich meine Schwester umbringen?" Kogoro erklärte: "Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder wollte Ihre Schwester plötzlich nicht mehr teilen, es kam zum Streit und Sie töteten sie im Affekt oder Sie hatten von Anfang an vor, Ihre Schwester umzubringen, da Sie nie vorhatten, zu teilen. Ich halte die zweite Möglichkeit für wahrscheinlicher, da Frau Yuriko Minamisawa stranguliert wurde. So etwas macht man nicht im Affekt." Herr Yuzo Minamisawa sagte: "Das ist zwar eine schöne Theorie, aber Sie haben keine Beweise dafür." Kogoro lächelte und sagte: "Doch. Die Nachricht des Autoherstellers führt uns zu dem entscheidenden Beweis. Er sagte in der Nachricht, er hätte gestern den ganzen Tag lang auf Ihren Anruf gewartet. Sie hätten ihm nämlich gestern sagen wollen, wann das Auto zurückgeliefert würde. Sie können sich die Nachricht auf dem Anrufbeantworter in einem der Zimmer gerne anhören. Neben dem Telefon in diesem Zimmer lag eine Telefonliste. Zwischen den Nummern des amerikanischen Automobilherstellers und der Nummer des Zimmers von Frau Yuriko Minamisawa ist ein kleiner Pfeil." Herr Yuzo Minamisawa erstarrte vor Schreck. Kogoro sprach weiter: "Sie scheinen jetzt wohl auch zu wissen, was Sie letztendlich überführt. Der Pfeil zwischen den Nummern sollte bedeuten, dass die Nummern versehentlich vertauscht wurden. Dem Hausherrn fiel das auf und er zeichnete einen kleinen Pfeil zwischen die Nummern, um zu zeigen, dass die Nummern vertauscht wurden. Herr Yuzo Minamisawa übersah den Pfeil und rief gestern versehentlich die Nummer seiner Schwester an. Er dachte, er würde die Nummer des Automobilherstellers anrufen. Da Frau Yuriko Minamisawas Zimmer leer war, ging der Anrufbeantworter an. Und da Yuriko Minamisawas Anrufbeantworter keine Bandansage hat, war sich Herr Yuzo Minamisawa nicht im Klaren, dass er eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter in dem Zimmer seiner eigenen Schwester hinterlassen hat. Ich habe Sie vor Frau Yuriko Minamisawas Zimmer versammelt, um die Nachricht abzuspielen. Um keine Beweise zu verwischen, habe ich mir die Nachricht noch nicht angehört."
Kogoro drückte auf den Knopf des blinkenden Anrufbeantworters, dann konnte man eine Nachricht hören: "3.11., 15.39 Uhr: Hier spricht Yuzo Minamisawa. Mr. Smith, ich wollte Ihnen nur sagen, dass ich das Auto in amerikanischer Ausführung in einer Woche zurückschicke. Ende der Nachricht."
Kogoro sagte schließlich: "Sie sind überführt, Herr Yuzo Minamisawa. Das ist Ihre Nachricht auf dem Anrufbeantworter Ihrer Schwester. Alles ist in sich stimmig."
Herr Yuzo Minamisawa lachte und sagte: "Tja, das war es dann wohl. Unser Vater wollte, dass wir selbstständig werden und hat darum aufgehört, Geld auf unsere Konten zu überweisen. Wir aber konnten ohne die finanzielle Unterstützung durch unseren Vater nicht leben. Darum heckte ich mit meiner Schwester diesen Plan aus und brachte sie letztendlich um. Ich hätte aber nie gedacht, dass alles auffliegt. Sie machen Ihrem Namen wirklich alle Ehre, Herr Akechi."

Später führte die Polizei den Millionärssohn ab. So endete unser vierter großer Fall. Ich erzähle Ihnen bald von unserem nächsten Fall: Eine tödliche Affäre. Bis bald,

Ihr Ikuya Hatano.