Gratis bloggen bei
myblog.de

Home | Abonnieren | Gästebuch | Kontakt

Rechtliches

Ich versichere, dass jedes Werk, das ich auf dieser HP veröffentliche, von mir geschaffen wurde, es sei denn, es steht explizit geschrieben, dass es nicht von mir stammt. Wer eines meiner Werke für eigene Zwecke verwenden will, hat aufgrund des Urheberrechts die Pflicht mich danach um Erlaubnis zu fragen. Andernfalls folgen strafrechtliche Konsequenzen. Carsten Dietzel

Meine Welt

Werke

Gedichte
Kogoro Akechi
Kompositionen
Kurzgeschichten
Mathematik
Satiren
Schwaben-Krimis

Übersicht aller Werke

Credits

Design by Annikki.
Brushes by eSadness.
Thank you.

Websites von Freunden

GeistX
Melli
Tiefblau
Marenwen
Samaeliv
RickyLee
Gedichte und mehr
Itheferi
(gegebenenfalls Passwort beim entsprechenden Betreiber anfragen)

Tod in der Villa

Kapitel 1

Vor einigen Monaten wurde Kogoro von einem bekannten Tokioter Pianisten (Masashi Oyama, 43, Konzertpianist) engagiert. Dieser wurde von Morddrohungen beinahe überflutet. Da zu dieser Zeit die Orchestergruppe, die mit Herrn Oyama eng zusammengearbeitet hat, ihr 20-jähriges Bestehen feierte, sollte Kogoro auf der Feier, die in einer abgelegenen Villa stattfand, Ermittlungen anstellen.
Noch bevor Kogoro mit mir zum Flughafen fuhr, auf dem unser Flugzeug nach Kyoto starten sollte, entdeckten wir auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht: "Sehr geehrter Herr Akechi, hier spricht Oyama. Könnten Sie bitte auf der Feier sagen, Sie wären ein alter Kollege von mir. Ich möchte nicht, dass jemand versucht, aufgrund Ihrer Ankunft Spuren zu beseitigen. Sie nennen sich während der Feier Hisayoshi Takeda und geben sich als Organist aus. Wir treffen uns dann am Mittwoch um 20.00 Uhr bei der angegebenen Adresse. Dort wird die Feier stattfinden. Ich komme für die Kosten für den Flug nach Kyoto auf. Bis dann." Ich fragte Kogoro: "Und als was soll ich mich bei der Feier ausgeben?" Kogoro sagte: "Ikuya, geben Sie sich einfach als mein Manager aus. Das glaubt Ihnen jeder."
Wir eilten zum Flughafen und kamen dort um 15.00 Uhr an. Dann nahmen wir den Flug nach Kyoto. Um 19.30 Uhr landeten wir in Kyoto und nahmen einen Mietwagen, um zur angegebenen Adresse zu kommen. Wir kamen schließlich um 20.25 Uhr verspätet bei der Villa an. Dort parkten 8 weitere Autos. Wir gingen zum Eingang des Hauses und klopften. Eine halbe Minute später öffnete uns eine schwarzhaarige Frau mittleren Alters (Yoshimi Oyama, 40, Ehefrau von Masashi Oyama, Sopranistin) und begrüßte uns: "Guten Tag, Herr Takeda und Herr Hatano."
Kogoro hätte beinahe vergessen, dass er einen anderen Namen verwenden sollte, doch dann grüßte auch er zurück. Frau Oyama fragte: "Sie sind doch bestimmt der Organist, von dem mein Mann mir erzählt hat, nicht wahr?" Kogoro sagte: "Ja, das bin ich. Ich kenne Ihren Mann noch aus der Zeit meines Musikstudiums."
Frau Oyama führte uns in die Villa. Dort wurden wir von Herr Oyama begrüßt. Er stellte uns den anderen 7 Gästen vor. Ein Gast mit kurzen schwarzen Haaren (Yuzo Agasa, 45, Violinist) sagte: "Dann sind Sie also dieser Organist, von dem Herr Oyama uns oft erzählt hat. Freut mich, Sie kennen zu lernen, Herr Takeda."
Ein Gast mit schwarzen Haaren (Mankichi Suwa, 39, Oboist) bekam einen großen Schrecken, als er das hörte. Ein weiterer Herr (Kento Togano, 47, Cellist) fragte diesen: "Was ist, Herr Suwa? Stimmt irgendetwas nicht?" Herr Suwa antwortete ängstlich: "Nein, nein. Es ist alles in Ordnung." Eine Dame (Minami Okuda, 26, Klarinettistin) sagte zu Herr Suwa: "Irgendetwas stimmt doch mit ihnen nicht. Ihnen steht doch der Schweiß auf der Stirn."
Herr Suwa verließ mit einem ängstlichen Blick den Raum. Daraufhin sagte ein weiterer Herr (Kozaburo Hijikata, 29, Manager von Masashi Oyama) zu Frau Okuda: "Lassen Sie das. Der verbreitet sowieso nur schlechte Laune bei dieser Feier." Eine weitere Frau (Kimie Date, 45, Bratschistin) sagte: "Aber Sie können ihn doch nicht einfach fortschicken. Oder finden Sie das in Ordnung, Herr Shimizu?" Der angesprochene Herr (Rokuro Shimizu, 34, Freund von Masashi Oyama) antwortete: "Ich bin derselben Meinung wie Sie, Frau Date. Herr Hijikata! Lassen Sie den depressiven Suwa bitte in Ruhe!"
Herr Oyama nahm Kogoro auf sein Zimmer und sagte zu ihm: "Das sind alle Leute, die für die Morddrohungen in Frage kommen. In den Morddrohungen stand zum Beispiel: "Die folgenden Tage werden Sie nicht überleben. Gezeichnet: ein Bekannter." Ich habe verdammt noch mal Angst, dass mich einer von meinen Kollegen oder Bekannten umbringt. Finden Sie bitte heraus, wer von den 7 Leuten hier die Briefe geschrieben hat." Kogoro fragte: "Aber warum sind Sie sich so sicher, dass einer von den 7 Leuten hier in Frage kommt?" Herr Oyama sagte: "In einigen Briefen wurde mit "Hisayoshi Takeda", Ihrem Decknamen signiert. Ich habe Ihnen diesen Namen gegeben, weil ich meinen Kollegen schon viel von Herr Takeda erzählt habe. Die Leute haben ihn aber nie zu Gesicht bekommen. Die einzigen Bekannten von mir, die Herrn Takeda kennen, sind diese 7 hier." "Aber könnte es nicht sein, dass Herr Takeda die Briefe geschickt hat?"
"Keinesfalls! Er ist nach Amerika geflogen. Das hat er mir versichert. Außerdem ist er kein solcher Mensch." Kogoro sagte: "Sollten wir uns nicht besser um die Gäste kümmern?" "Stimmt! Wir sollten besser nach unten."
Kogoro fragte auf dem Weg nach unten: "Herr Oyama. Wüssten Sie, warum Herr Suwa gerade so ausgeflippt ist?" "Er ist seit der Amerikareise von Herr Takeda so merkwürdig depressiv. Natürlich weiß niemand hier, dass Takeda in Amerika ist."
Dann drehten wir um, um nach Suwa zu sehen. Wir klopften an seinem Zimmer und fragten: "Herr Suwa, was haben Sie denn?" Aus dem Zimmer kam nur die panische Stimme von Herr Suwa: "Er ist gekommen, um mich zu holen. Der Geist von ihm ist auferstanden, um mich zu töten."
Wir gingen nach unten und ließen Herrn Suwa in Ruhe. Unten waren alle restlichen Gäste versammelt. Herr Oyama kündigte an: "Und jetzt werde ich Ihnen meine neueste Komposition vorspielen." Herr Oyama setzte sich an den Flügel und fing an zu spielen. Plötzlich zersprang die Fensterscheibe des Raumes und Herr Oyama sprang reflexartig zur Seite. Dann liefen wir zum zerbrochenen Fenster und sahen hinaus. Auf einem Baum stand eine dunkle Gestalt mit einem Gewehr. Das Licht des Raumes spiegelte sich in dessen Visier. Zum Glück blieben wir alle unverletzt. Dann sprang die Gestalt vom Baum.
Kogoro sagte: "Ich denke, wir sollten uns wirklich ernsthafte Sorgen machen. Jemand hat angekündigt, dass er Herrn Oyama umbringen würde und schafft es auch beinahe. Sehen Sie sich mal den Einschuss in der Wand an. Wenn Sie, Herr Oyama, von diesem Schuss getroffen worden wären, wären Sie jetzt nicht mehr besonders lebendig." Herr Shimizu sagte: "Sie hören sich für mich eher wie ein Detektiv an, Herr Takeda. Sie sind mir schon vorhin so bekannt vorgekommen. Sie sind doch dieser Detektiv Kogoro Akechi, nicht wahr? Was haben Sie hier zu suchen?" Herr Oyama sagte: "Ich habe mehrere Morddrohungen geschickt bekommen. Ich hatte einen von Ihnen im Verdacht. Aber ich denke, Takeda war das doch. Ich hätte ihm das nie zugetraut."
Um weitere Anschläge zu verhindern, gingen wir in einen anderen Raum. Wir dachten über den Anschlag nach. Frau Oyama sagte: "Das ist doch etwas merkwürdig. Warum hat der Täter nicht ein zweites Mal geschossen? Mein Mann stand doch direkt am Fenster, als wir aus dem Fenster sahen, war also eine lebendige Zielscheibe für den Täter." Frau Date sagte: "Das ist doch schnell erklärt. Der Täter wollte uns vielleicht nur warnen." Herr Shimizu bemerkte: "Sie kommen doch auch in Frage, Herr Hijikata. Sie sind der Manager von Herr Oyama und konnten aufgrund Ihres Organisationstalents leicht einen Killer engagieren, der Herrn Oyama umbringen sollte. Doch der Plan schlug fehl." Herr Hijikata erwiderte: "Und warum sollte ich so etwas machen?" Herr Oyama sagte daraufhin: "Das ist doch jetzt sehr an den Haaren herbeigezogen. Hier kommt niemand für so etwas in Frage. Sie waren doch alle bei mir, als ich angeschossen wurde. Damit diese Person nicht ins Haus kommt, sollte ich jetzt abschließen.
Herr Oyama verließ das Zimmer und kam nach zwei Minuten wieder zurück. Dann fragte Herr Togano: "Aber was ist mit Herr Suwa? Er kommt doch auch in Frage." Frau Okuda erwiderte: "Nein. Herr Oyama hat mit Herr Akechi vorhin gesehen, dass Herr Suwa noch auf seinem Zimmer war, bevor Herr Oyama beschossen wurde. Doch er bräuchte mindestens 10 Minuten, um zu dem Standpunkt des Täters zu gelangen."
Frau Date sagte plötzlich: "Ich finde, wir sind etwas angespannt. Ich könnte uns eine Flasche Wein holen. Auf meinem Zimmer ist noch ein guter Weißwein. Der bringt uns auf andere Gedanken."
Frau Date verließ das Zimmer. In der Zwischenzeit sagte Herr Agasa: "Es ist schon schade. Wir wollten selber auch etwas vorspielen. Und dann kommt diese Person und schießt auf uns."
2 Minuten später kam Frau Date mit einer Flasche Weißwein zurück. Herr Hijikata sagte: "Ich denke, wir sollten die Polizei rufen. Ich gehe kurz auf mein Zimmer und rufe die Polizei." Er verließ das Zimmer.
Herr Togano sagte daraufhin: "Aber warum ist Herr Suwa vorhin ausgetickt. Er hat es mit der Angst zu tun bekommen, als er Ihren Decknamen gehört hat, Herr Akechi." Herr Hijikata stürmte nach 2 Minuten panisch in das Zimmer: "Die Telefonleitung wurde gekappt, wir können niemanden anrufen. Und als ich aus dem Fenster sah, traf mich der Schlag: Die Reifen aller Autos wurden zerstochen. Wir sitzen in der Falle. Dieses Haus befindet sich in den Bergen."
Herr Agasa verließ schließlich das Zimmer, um etwas zum Essen zu holen. Herr Shimizu fasste zusammen: "Es sieht wohl so aus, als ob wir komplett von der Außenwelt abgekapselt wurden. Sie gestatten doch, dass ich mir auf meinem Zimmer ein paar Schlücke Sake gewähre." Im selben Moment kam Herr Agasa mit den Snacks ins Zimmer, während Herr Shimizu dieses verließ.
Herr Agasa fragte Frau Okuda: "Haben Sie eigentlich heute ihre Medizin genommen. Frau Okuda leerte ihr Glas Wein und ging nach 2 Minuten aus dem Zimmer. Kurz darauf kam Herr Shimizu angetrunken wieder zurück und setzte sich zu uns. Herr Togano verließ mit Frau Oyama das Zimmer, um auf ihren Zimmern nach dem Rechten zu sehen. Nach 2 Minuten kam Herr Togano zurück, kurz darauf auch Frau Oyama. Plötzlich hörten wir einen lauten Schrei. Frau Okuda rief von oben herunter: "Da ist eine dunkle Gestalt an dem Fenster meines Zimmers vorbeigehuscht. Im ersten Stock war das. Ich konnte die Gestalt leider nicht genau erkennen, da es dunkel war."
Herr Hijikata sagte erschrocken: "Aber da oben ist doch immer noch Herr Suwa auf seinem Zimmer. Was ist, wenn ihm etwas zugestoßen ist?"
Wir rannten zu Suwas Zimmer und klopften, doch von innen kam keine Antwort. Kogoro fragte: "Hat jemand von Ihnen den Schlüssel zu diesem Zimmer?" Frau Okuda antwortete: "Nein, den einzigen Schlüssel hat Herr Suwa. Jeder hat hier seinen eigenen individuellen Schlüssel."
So mussten wir also die Türe aufbrechen. Wir konnten kaum glauben, was wir sahen: "Herr Suwa lag erstochen auf dem Boden des Zimmers, das Fenster stand offen und die Leiche hatte mit der linken Hand einen metallenen Gegenstand umklammert. Was war passiert?
Kogoro sah sich die Leiche genauer an und sagte: "Scheinbar hat der Täter ein zweites Mal zugeschlagen. Bloß war das zweite Mal für das Opfer tödlich. In der linken Hand des Opfers liegt der Zimmerschlüssel. Das Fenster steht offen. Könnte es sein, dass jemand von Ihnen Herrn Suwa erstochen hat und dieser daraufhin sofort die Türe abschloss." Herr Shimizu sagte: "Eher nicht, Herr Akechi. Herr Suwa war Rechtshänder. Warum also sollte er die Türe mit der linken Hand abschließen?" Frau Oyama ergänzte: "Außerdem sieht es so aus, als ob Herr Suwa sofort tot war. Ihm wurde schließlich ins Herz gestochen." Frau Okuda fügte hinzu: "Außerdem habe ich die dunkle Gestalt am Fenster vorbeihuschen gesehen, als alle unten waren. Keiner von den anderen kommt für das Verbrechen in Frage." Kogoro sagte: "Allerdings. Das bedeutet also, dass der Täter Herrn Suwa den Schlüssel nachträglich in die Hand gelegt hat und danach durch das Fenster geflohen ist. Das allein dauert schon drei Minuten. Die Flucht über das Fenster dauert in etwa vier Minuten, wenn man nicht stürzen will. Alles in Allem dauert der komplette Vorgang 7 Minuten. Sie alle waren aber nur zwei Minuten weg und haben somit ein perfektes Alibi. Außerdem hat Frau Okuda den Täter gesehen, als Sie alle unten waren. Ich denke, Sie wissen, was jetzt auf Sie dennoch zukommt. Ich werde mir jetzt Ihre Zimmer genauer ansehen. Begeben Sie sich bitte auf Ihre Zimmer."
Alle gingen auf ihre jeweiligen Zimmer. Kogoro ging zunächst auf das Zimmer der Hausbesitzer Herr und Frau Oyama. Dort waren ein Doppelbett und ein weiteres Klavier. Kogoro fragte: "Ihnen beiden scheint es die Musik sehr angetan zu haben, habe ich Recht?" Herr Oyama antwortete: "Allerdings. Ich war schon immer sehr begeistert von der Musik. Man vergisst alles um sich herum, wenn man musiziert." Frau Oyama sagte: "Außerdem ist Musik ein guter Weg, um zu entspannen." Kogoro fragte: "Was haben eigentlich Sie gemacht, als Sie zwei Minuten weg waren?" Herr Oyama antwortete: "Ich habe die Eingangstür des Hauses verriegelt, damit hier keiner hereinkommen kann. Ich wurde ja beinahe von dem Typen erschossen." Frau Oyama sagte: "Und ich habe auf unserem Zimmer geprüft, ob alles in Ordnung ist. Wenn dieser Typ noch über die Fenster hereinkommt, haben wir ein großes Problem."
Kogoro verließ das Zimmer und ging zu Herrn Agasa. Dort fand er einige Snacks und Getränke. Kogoro fragte: "Wenn ich mich nicht irre, haben Sie in den zwei Minuten, als Sie weg waren, ein paar Snacks mitgebracht, nicht wahr?" Herr Agasa sagte: "Genau. Ich habe mir gedacht, wir könnten uns mit ein bisschen Essen besser konzentrieren. Und da habe ich mir gedacht, ich könnte einige Snacks aus meinem Zimmer nach unten bringen."
Kogoro ging in Frau Dates Zimmer. Dort lagen einige Noten und Alkoholika herum. Kogoro fragte: "Was haben Sie in den zwei Minuten gemacht, in denen Sie weg waren?" Frau Date antwortete: "Ich habe Ihnen zur Tatzeit doch eine Flasche Weißwein gebracht. Sie erinnern sich doch noch daran."
Kogoro ging nun auf das Zimmer von Herr Hijikata. Dort waren ein Telefon und ein Terminbuch. Kogoro fragte daraufhin: "Was haben Sie in den zwei Minuten Ihrer Abwesenheit gemacht." Herr Hijikata antwortete: "Ich wollte die Polizei rufen, doch scheinbar hat der Mörder von Herr Suwa die Telefonleitung des Hauses gekappt. Als ich dann aus dem Fenster sah, musste ich feststellen, dass die Reifen unserer Autos zerstochen waren."
Kogoro verließ auch dieses Zimmer und begab sich zu Herrn Toganos Zimmer. Dort waren mehrere Notenblätter und ein zerbrochenes Thermometer. Kogoro fragte: "Haben Sie nicht in den zwei Minuten Ihrer Abwesenheit Ihr Zimmer überprüft? Außerdem, warum ist das Thermometer Ihres Zimmers kaputt?" Herr Togano sagte: "Ja, ich habe vorhin mein Zimmer überprüft. Das Thermometer war übrigens schon vor meiner Ankunft kaputt."
Kogoro bedankte sich und ging weiter zu Herrn Shimizus Zimmer. Dort lagen auch einige Notenblätter und eine angebrochene Flasche Sake herum. Kogoro fragte Herrn Shimizu: "Wenn ich mich richtig erinnere, dann haben Sie doch, als Sie zwei Minuten weg waren, auf Ihrem Zimmer den Sake angebrochen, oder irre ich mich?" Herr Shimizu bestätigte: "Das stimmt. Ich habe vorhin ein bisschen zu viel Sake getrunken, deswegen war ich vorhin ein wenig angetrunken." Kogoro fragte auch: "Warum haben Sie denn auch Noten mitgenommen? Sie sind doch nur ein guter Freund von Herr Shimizu und gehören nicht zu seiner Musikergruppe." Herr Shimizu antwortete darauf: "Ich kann auch ziemlich gut Klavier spielen. Aber ich habe mich dennoch für die Firma meines Vaters entschieden."
Kogoro dankte für die Informationen und ging zum letzten Zimmer, Frau Okudas Zimmer. Er fand dort ein Medikament gegen Stress und ein leeres Glas. Er sagte: "Sie wollten doch vorhin nach oben gehen, um Ihr Medikament einzunehmen. Und daraufhin sahen Sie eine dunkle Gestalt am Fenster vorbeihuschen. Das ist doch merkwürdig. Wenn jemand damit beschäftigt ist, sich an der Dachrinne entlang zu hangeln, wie soll er dann an dem Fenster vorbeihuschen? Ich meine, unter "Vorbeihuschen" versteht man eine schnelle Bewegung. Und das geht nicht, wenn man sich im ersten Stock an der Dachrinne entlang hangelt." Frau Okuda sagte daraufhin: "Aber ich habe es doch gesehen. Ich habe mich nicht geirrt. Die Gestalt ist extrem schnell am Fenster vorbei gehuscht. Ich kann es ja selber kaum glauben, aber das ist die Wahrheit. So habe ich es gesehen."
Kogoro ging aus dem Zimmer von Frau Okuda. Er setzte sich mit mir in einen leeren Raum und unterhielt sich mit mir: "Warum hat eigentlich der Täter Herrn Suwa umgebracht? Ich meine, er wollte doch Herrn Oyama umbringen. Oder hat der Täter aus einem anderen Grund auf Herrn Oyama gezielt und ihn absichtlich verfehlt?" Ich sagte: "Es wäre doch auch möglich, dass der Täter uns damit nur etwas beweisen wollte." Kogoro grübelte: "Aber was wollte er uns damit beweisen? Und warum hat Herr Suwa es mit der Angst zu tun bekommen, als er meinen Decknamen, nämlich Hisayoshi Takeda, gehört hat? Es ist klar, dass diese Person wirklich existiert und ein guter Freund von Herr Oyama ist, den die anderen Gäste auf dieser Feier kennen, aber nie gesehen haben." Ich ergänzte: "Und die Morddrohungen wurden mit seinem Namen unterzeichnet. War er es wirklich oder hat jemand seinen Namen verwendet?" Kogoro fügte hinzu: "Und warum ist das Opfer, Mankichi Suwa, seit Herr Takedas Amerikareise depressiv? Ach, so ist das also. Ich kenne das Motiv des Täters. Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wie sich der Täter ein Alibi verschaffen konnte. Das Verbrechen und die Flucht über das Dach dauern zusammen vier bis sieben Minuten. Die Verdächtigen waren aber alle jeweils höchstens zwei Minuten weg. Wie also konnte das gelingen?"
Ich hatte eine Idee: "Vielleicht hat der Täter die Türe von außen abgeschlossen und hat den Schlüssel mit einer Schnurkonstruktion unter dem Türspalt hindurch in die Hand des Toten gelegt." Kogoro erwiderte: "Aber die Hand des Opfers war geschlossen, dem Täter war das also gar nicht möglich, dem Opfer den Schlüssel in die Hand zu legen. Ich habe das komische Gefühl, dass uns der Täter mit einem sehr einfachen Trick hinters Licht geführt hat und sich somit ein Alibi verschaffen konnte." Ich sagte: "Aber der Täter ist an Frau Okudas Fenster vorbeigehuscht, als alle unten waren. Oder wollen Sie behaupten, dass Sie den Täter mit etwas anderem verwechselt hat und sie etwas völlig anderes gesehen hat."
Kogoro ging ein Licht auf: "Ikuya, das ist es. Das sind die zwei entscheidenden Worte in diesem Fall: Gesehen und Verwechselt. Dadurch ist zu erklären, warum der Täter ein Alibi hat und Frau Okuda den Täter an ihrem Fenster vorbeihuschen gesehen hat. Aber das ergibt einen Widerspruch. Denn der Angriff auf Herrn Oyama wäre demnach unmöglich und sinnlos gewesen." Ich stellte eine These auf: "Vielleicht wollte der Täter einen späteren Beweis verstecken."
Dann schoss es Kogoro in den Kopf: "Der Täter wollte etwas anderes verstecken und somit die Widerlegung des eigenen Alibis verhindern. So würde das Verbrechen später unmöglich erscheinen. Es kommen also nur drei von den hier anwesenden Personen für das Verbrechen in Frage. Und unter diesen drei Personen ist diese eine Person ohne Zweifel der Täter. Der Täter hat sich durch eine falsche Aussage verraten. Das Problem ist folgendes: Wie weise ich dem Täter den Mord nach? Das kann schwierig werden." Kogoro dachte angestrengt nach. Er wiederholte in seinem Kopf die Abläufe des Abends. Dann ging ihm ein Licht auf: "Ich weiß, wie ich den Täter überführen kann. Die Methode ist zwar nicht fair, aber so kann ich den Täter überführen." Er rezitierte Sherlock Holmes: "Wie heißt es so schön: Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, so muss das, was übrig bleibt, sei es noch so unwahrscheinlich, die Wahrheit sein. Ich habe das Verbrechen durchschaut. Ich weiß, wie der Täter sich ein Alibi verschaffen konnte, warum Herr Oyama beinahe erschossen wurde und welches Motiv der Täter hatte. Auch bin ich mir über die Identität des Täters im Klaren. Und ich weiß, wie ich diesen überführen kann. Wir können zur Fallaufklärung kommen."



Kapitel 2

Kogoro versammelte die acht Verdächtigen in einem großen Zimmer. Er fing an zu sprechen: "Vielen Dank, dass Sie sich hier versammelt haben. Ich habe Sie hier hergeholt, um Ihnen die Identität des Mörders mitzuteilen." Herr Hijikata fragte verblüfft: "Sie wissen, wer der Mörder ist?" Kogoro antwortete: "Ganz genau. Mir ist soeben klar geworden, wer Herrn Oyama beinahe erschossen, Herrn Suwa erstochen und uns von der Außenwelt abgeschirmt hat. Es handelt sich bei dem Täter um einen von Ihnen, darin besteht kein Zweifel." Herr Oyama erwiderte: "Das ist doch jetzt eine sehr waghalsige Behauptung. Als ich angeschossen wurde, waren alle Personen außer dem Ermordeten Herr Suwa mit mir zusammen in einem Zimmer. Und als dann Herr Suwa ermordet wurde, war der Tatort von innen verschlossen und das Opfer hatte den einzigen Zimmerschlüssel mit der Hand fest umklammert. Der Täter konnte also nur durch das Fenster fliehen. Das hätte sieben Minuten beansprucht, aber alle Personen hier waren jeweils höchstens zwei Minuten abwesend, hatten also zu wenig Zeit für diese Aktion. Außerdem, was für ein Motiv hätte der Täter gehabt?" Kogoro antwortete: "Der Täter hatte ein sehr starkes Motiv, Herrn Suwa umzubringen. Der Schlüssel zur Lösung dieses Falles liegt in meinem vorherigen Decknamen, nämlich Hisayoshi Takeda. Sie, Herr Oyama, sagten vorher aus, dass Sie mir diesen Decknamen gaben, weil Sie einen Freund haben, der diesen Namen trägt. Diesen Freund hat keiner der hier Anwesenden je zu Gesicht bekommen. Ich will Ihnen eine Frage stellen, Herr Oyama. Sieht mir dieser Hisayoshi Takeda ähnlich?" Herr Oyama antwortete: "Ja, er ähnelt Ihnen ziemlich." Kogoro sagte schließlich: "Wie ich es mir gedacht habe." Frau Okuda fragte: "Was meinen Sie damit, Herr Akechi?" Kogoro antwortete: "Als Herr Suwa meinen Decknamen hörte, geriet er in Panik. Er kannte Herrn Takeda nämlich. Herr Suwa sprach doch vorhin, dass ihn der Geist holen wolle." Frau Oyama fragte verblüfft: "Sie wollen doch nicht etwa sagen, dass …?" Kogoro unterbrach: "Sie haben es erfasst. Herr Suwa hat Herrn Takeda umgebracht. Sie, Herr Oyama, dachten aber, Herr Takeda wäre auf einer Amerikareise. Herr Suwa war doch seit der Amerikareise von Herr Takeda depressiv. Er hatte wohl Schuldgefühle. Und als er meinen Decknamen hörte und sah, dass ich Herrn Takeda ähnlich sehe, dachte er, Herr Takedas Geist sei gekommen, um ihn umzubringen. In Wirklichkeit hat aber einer von Ihnen schließlich Herrn Suwa umgebracht, um Herrn Takedas Tod zu rächen. Der Mörder von Herr Suwa war wahrscheinlich mit Herrn Takeda befreundet oder verwandt." Frau Okuda zweifelte: "Das ist zwar eine nachvollziehbare Erklärung, aber ich habe doch den Täter als dunkle Gestalt am Fenster meines Zimmers im ersten Stock vorbeihuschen gesehen, als sich alle Personen unten befanden." Kogoro sagte lächelnd: "Sie haben keinesfalls den Täter gesehen. Ich frage Sie zunächst etwas. War Ihnen schwindelig, als Sie den Täter gesehen haben?" Frau Okuda zögerte kurz, dann sagte Sie: "Jetzt, wo Sie es sagen. Ja, mir war schwindelig." Kogoro begründete: "Das ist ja auch kein Wunder. Sie haben Ihr Medikament gegen Stress auf Ihrem Zimmer eingenommen, haben aber vergessen, dass Sie zuvor Alkohol getrunken haben. Was Sie an Ihrem Fenster vorbeihuschen gesehen haben, war nicht der Täter als dunkle Gestalt, sondern eine Halluzination aufgrund einer Wechselwirkung von Alkohol und Medikamenten. Das war für den Täter ein glücklicher Zufall." Herr Shimizu erwiderte: "Aber das Verbrechen war dem Täter zeitlich dennoch nicht möglich. Es muss also doch die dunkle Gestalt gewesen sein." Kogoro erwiderte: "Und wie soll diese Gestalt in die Villa gekommen sein? Nur Herr Oyama hätte den Täter hereinlassen können, damit dieser Herrn Suwa umbringen könnte. Es wäre möglich gewesen, dass Herr Oyama auf sich hat schießen lassen, damit man ihn später aus dem Kreis der Tatverdächtigen ausschließen würde. Aber es wäre viel zu riskant gewesen, sich aus einer so großen Distanz anschießen und verfehlen zu lassen. So war es also auch nicht." Herr Agasa fragte nervös: "Und wer war nun der Täter? Sagen Sie es uns endlich!" Kogoro bat Herrn Agasa: "Bitte gedulden Sie sich noch etwas. Ich erkläre Ihnen zunächst, wie der Täter es geschafft hat, ein Verbrechen, das sieben Minuten dauert, in zwei Minuten zu vollenden. Es handelte sich um eine Verwechslung, die der Täter geschickt ausnutzte. Wenn eine Person ein Zimmer verlässt und zwei Minuten später wieder zurückkommt, nimmt man natürlich an, dass es sich bei der Person, die das Zimmer verließ und der Person, die dann zurückkam, um jeweils dieselbe Person handelt." Herr Shimizu fragte: "Sie meinen doch nicht etwa, dass …?" Kogoro unterbrach: "Exakt. Als der Täter das Zimmer verließ, kam zwei Minuten später sein Zwilling herein. Nun konnte sich der Täter bei dem Verbrechen sehr viel Zeit lassen. Sein Alibi war ja durch seinen Zwilling ausreichend gesichert. Das war auch der Grund, warum der Täter die Türe des Tatorts verschlossen, dem Opfer den Zimmerschlüssel in die Hand gelegt und das Fenster zur Flucht geöffnet hat. So würde das Fenster der einzige Fluchtweg für den Täter sein. Nur so konnte das Alibi des Täters gesichert werden. Außerdem hätte der Täter auch hier das Gewehr von dem Angriff auf Herrn Oyama als Tatwaffe einsetzen können, aber nein, er ersticht das Opfer. Hätte der Täter Herrn Suwa erschossen und wäre dann durch das offene Fenster geflohen, hätten wir annehmen können, dass Herr Suwa durch das offene Fenster hindurch erschossen wurde. Dann hätte der Täter nämlich kein Alibi gehabt. Darum wählte der Täter eine direktere Mordart, nämlich das Erstechen."
Herr Agasa zweifelte diese Theorie an: "Aber nachdem Herr Oyama von der dunklen Gestalt verfehlt wurde, verschloss er die Türe. Wenn die dunkle Gestalt wirklich der Zwilling des Täters war, hätte sie nur mit Herr Oyamas Hilfe hereinkommen können." Kogoro sagte mit einem Lächeln: "So war es aber nicht. In Wirklichkeit hat der Täter darauf gewartet, dass Herr Oyama ein Stück vorspielt. Dann zerschoss der Täter in einem unauffälligen Moment mit einer Pistole mit Schalldämpfer das Fenster des Zimmers von innen. Wir nahmen an, der Schuss wäre von außen gekommen und wir rannten daraufhin zum Fenster. In Wirklichkeit war die dunkle Gestalt in diesem Fall nicht der Zwilling des Täters, sondern eine Pappfigur, an der ein Gewehr festgebunden war. Diese Figur war mit einem Papierband am Baum festgebunden und wurde, als wir aus dem zerschossenen Fenster sahen, vom Täter heruntergeschossen. Dann schoss der Täter noch das Loch in die Wand und es würde so aussehen, als ob sich draußen jemand befände und herein geschossen hätte. In Wirklichkeit aber befand sich der Zwilling des Täters schon auf dem Zimmer seines Komplizen. Ich stütze meine Theorie damit, dass wir keine Scherben in dem Zimmer gefunden haben. Der Täter hatte also nie vor, Herrn Oyama umzubringen. Er verfehlte ihn deswegen, weil er einen Widerspruch in der Theorie mit der Alibigebung durch einen Zwilling erzeugen wollte." Herr Shimizu fragte: "Aber wie konnte der Täter die Pistole mit Schalldämpfer beim Angriff auf Herrn Oyama verstecken." Kogoro sagte daraufhin lächelnd: "Ganz einfach. Er versteckte die Pistole zwischen mehreren Notenblättern. So kommen nur die drei Personen in Frage, die auf ihren jeweiligen Zimmern Notenblätter hatten, nämlich Herr Shimizu, Frau Date und Herr Togano." Frau Date fragte daraufhin: "Aber wie konnte der Täter nach dem Mord an Herr Suwa wieder zurück in die Villa? Ich meine, die Tür der Villa wurde verriegelt." Kogoro antwortete: "Der Täter ließ einfach das Fenster seines Zimmers offen. Dann musste er sich nur noch zu seinem Zimmer im ersten Stock hangeln und tauschte vor der Zimmerdurchsuchung mit seinem Zwilling. Dieser verschwand und beseitigte alle Spuren, die den Täter gefährden konnten, zum Beispiel die Pappfigur mit dem Gewehr." Herr Togano fragte: "Aber wie konnte der Täter seinen Zwilling in die Villa bringen, ohne dass es jemand gemerkt hat?" Kogoro antwortete: "Das ist schnell erklärt. Der Täter verspätete sich absichtlich mit dem Auto und ließ sich zu seinem Zimmer führen. Dann gab er seinem Zwilling, der sich im Auto versteckt hat, ein Zeichen. Dieser klingelte an der Tür und sagte, er habe sich ausgesperrt, als er in seinem Auto das Gepäck holen wollte. Natürlich ließ die Gastgeberin unwissentlich den Zwilling des Täters in die Villa, weil diese zwei Personen gleich aussahen, es waren ja Zwillinge. Nicht wahr, Frau Date? Sie sind die Mörderin von Herr Suwa."
Frau Date erstarrte, als sie das hörte. Alle Blicke im Raum richteten sich auf sie. Kogoro setzte seine Schlussfolgerungen fort: "Sie haben deswegen Herrn Oyama die Morddrohungen geschickt, damit er einen Grund hatte, eine Feier in der Villa vorzubereiten, um alle seine Verdächtigen zu versammeln. Sie wussten, dass niemand außer dem Gastgeber Herr Oyama und dem Verstorbenen Herr Suwa Herrn Takeda kannte. So hatte der Gastgeber Herr Oyama einen Grund, einen Detektiv mit dem Decknamen Takeda herzuholen, da Herr Oyama dachte, keiner der Verdächtigen hätte Herrn Takeda je gesehen. Das war auch der Grund, warum Sie mit "Hisayoshi Takeda" die Morddrohungen signiert haben. Herr Oyama wusste, dass Takeda nicht für die Morddrohungen in Frage kommen würde. Er hatte den Einfall, dass der Schreiber der Morddrohungen sich verraten würde, sobald der falsche Herr Takeda auf der Feier erscheinen würde. Dieses Verhalten haben Sie, Frau Date, einschätzen können, da Sie Herrn Oyama sehr gut kannten. Herr Oyama würde einen Detektiv mit dem Decknamen Takeda engagieren. So würde Herr Suwa beim Hören meines Decknamens in Panik geraten und sich auf seinem Zimmer verbarrikadieren, weil er wusste, dass Herr Takeda tot war, er hat ihn schließlich umgebracht, und weil Herr Suwa dachte, Herr Takedas Geist wäre auferstanden, um ihn umzubringen. Natürlich wussten Sie auch, dass Herr Oyama nur den besten Detektiv, den er kennt, engagieren würde. Und das war ich. Dass ich Herrn Takeda sehr ähnlich sehe, nutzten Sie auch aus, weil Sie wussten, dass das Opfer Suwa Herrn Takeda kannte und somit annehmen würde, ich wäre wirklich der Geist von Takeda. Habe ich Recht, Frau Date?" Frau Date lachte und sagte: "Sie sind wirklich ein genialer Detektiv. Dennoch denke ich, Sie haben zu viele Krimis gelesen. Es stimmt, dass ich mich auf der Feier verspätet habe. Aber ich habe keine Zwillingsschwester. Keiner hier wird Ihnen sagen, dass ich eine Zwillingsschwester hätte, da ich auch keine habe. Oder können Sie mir das Gegenteil beweisen?" Kogoro sagte: "Und ob ich das kann. Sie alle haben hier schon öfters gefeiert. Sie konnten nicht Ihre Zwillingsschwester mit dem Mord beauftragen, da sie sich hier nicht auskannte. Sie sollte Ihnen nur ein Alibi verschaffen, während Sie den Mord verübten. Ihre Zwillingsschwester brachte uns während dem Mord eine Flasche Weißwein und öffnete diese bei uns am Tisch. Ich habe den Korken auf Fingerabdrücke untersucht. Mit Kaffeepulver geht das ziemlich gut. Wenn Ihre Fingerabdrücke nicht auf dem Korken zu finden sind, kann das nur eines bedeuten: Sie haben den Korken nie berührt, also hat Ihre Zwillingsschwester den Korken berührt. Ich erinnere Sie noch daran, dass selbst unter Zwillingen die Fingerabdrücke verschieden sind. Würden Sie uns nun bitte Ihre Fingerabdrücke geben, Frau Date?" Frau Date lächelte und sagte: "Nein, das wird nicht nötig sein. Ich gestehe den Mord an Herr Suwa. Er hat meinen Bruder Hisayoshi erstochen. Er kannte ihn sehr gut und hat meinen Bruder ermordet, weil dieser seiner Karriere im Weg stand. Ich habe nur zufällig den Mord beobachtet. Als ich ihn darauf ansprach, drohte er mir, mich auch umzubringen, sobald ich der Polizei den Mord melden würde. Herr Oyama dachte natürlich, dass mein Bruder auf einer Amerikareise sei. Herr Suwa versteckte die Leiche von meinem Bruder, damit ihm niemand auf die Schliche kommen würde. Die Welt ist doch so ungerecht. Deshalb habe ich meine Schwester überzeugt, mir bei dem Mord zu helfen. Und letztendlich verraten mich die Fingerabdrücke meiner Schwester, die hier keiner kannte." Kogoro sagte: "Sie werden nicht durch die Fingerabdrücke Ihrer Schwester verraten. Ich habe den Korken der Weinflasche nie gefunden. Ich habe gewusst, dass Sie gestehen würden, sobald ich Sie mit den Fingerabdrücken auf der Weinflasche konfrontieren würde." Frau Date fragte: "Aber woher wussten Sie dann, dass ich die Täterin war? Sie wussten doch nicht, dass ich mich auf der Feier verspätet habe. Sie haben sich doch selbst auch verspätet und konnten das gar nicht wissen." Kogoro sagte daraufhin: "Ich wusste, dass Sie die Täterin sind, seitdem ich Sie bei der Zimmerdurchsuchung gefragt habe, was Sie in den zwei Minuten Ihrer Abwesenheit gemacht haben. Sie sagten, Sie hätten zur Tatzeit eine Flasche Wein geholt. Ich habe aber keine Aussage über die Tatzeit gemacht, da ich diese nicht bestimmen konnte. Sie konnten das nur wissen, weil Sie die Täterin waren. Ich habe Sie deswegen mit den Fingerabdrücken ausgetrickst, weil Sie die falsche Aussage abgestritten hätten." Frau Date sagte schließlich: "Das war es dann wohl. Jedes Verbrechen wird irgendwann bestraft. Das von Herr Suwa und das, das ich begangen habe. Ich werde mich würdevoll der Polizei stellen." Am nächsten Morgen liefen wir ins Tal. Frau Date wurde dort von der Polizei abgeführt. Sie wurde Monate später zu 9 Jahren Haft verurteilt. Ihre Zwillingsschwester wurde nie gefunden. So endete unser dritter großer Fall. Ich erzähle Ihnen bald von unserem vierten großen Fall: Entführung einer Millionärstochter. Bis dann.
Ihr Ikuya Hatano.