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Das spielende Mädchen

Emily sitzt in einem Zustand völliger Obsession und Bewunderung des Schlechten in ihrer kleinen Welt, die nicht durch gewöhnliche Normen bestimmt ist. Weder das Verhalten einer einzelnen Person noch das Verhalten eines ganzen Systems unterliegen einer Norm. Es herrscht eine Art System vor, das sich nur ein zehnjähriges Mädchen wie Emily ausdenken konnte. Ein System, in dem geherrscht wird, brutale Tyrannei vollzogen wird, und sich dennoch jeder unterordnet. Trotzdem ist es keine Norm, sich unterzuordnen. Es ist eine Lust am Tod, Befriedigung darin, dass das Mädchen niemals dieses System beenden wird, bis auch die letzte Person gestorben ist.
Emily hat sich zur Prinzessin ernannt, und ihre kleinen Figuren, unter denen sich sowohl einige aus Plastik als auch einige aus Zinn befinden, nehmen Kenntnis von ihrem bevorstehenden Tod durch die Hand einer zehnjährigen selbsternannten Prinzessin namens Emily, und kämpfen dennoch bis zum bitteren Ende. Nicht um die Prinzessin nicht zu enttäuschen, sondern einfach, weil sie kämpfen, es gibt in der Welt des Mädchens keine Norm, es gibt genauso wenig ein Motiv zu handeln.
Jede ihrer Taten ist gesteuert von einer Art des Sadismus, das wohl einzige Motiv in diesem regellosen System. Regellos insofern, dass Stillstand ein Zustand ist, in dem das System seine eigenen Regeln formulieren könnte, wenn Emily ihre Welt für einen Moment verlassen würde, doch die Regeln sind bis zu ihrem Wiederauftauchen in dieser surrealen Welt wieder vergessen worden, sollten sich bis dahin überhaupt Motive wie ein Denken gegen die Prinzessin überhaupt entwickelt haben. Die Regellosigkeit ist die einzige Regel, der das System unterliegt, vielleicht auch Emilys Sadismus, aber dieser Sadismus ist so surreal wie Uhren, die grundlos in einer wüsten Landschaft zu zerfließen drohen. Es ist kein Sadismus in diesem Sinne, auch wenn Emily ihn derartig auslebt, dass das Leben der Figuren, der Menschen, der Person, oder wie auch immer man es nennen mag, allein von einem masochistischen Trieb gesteuert werden, alles, was Nicht-Emily ist, ist automatisch devot, und trotzdem irgendwann einen Kopf kürzer, wenn die zehnjährige allmächtige Prinzessin mit der Klinge eines Küchenmessers die willkürliche Hinrichtung vollzieht. Regellos in Zeit und Raum tötet sie, und das mit Recht. Recht ist derart abstrakt, dass es nicht definiert ist, zumindest nicht in ihrer Welt, und somit beherrscht es höchstens als Abstraktum das Geschehen. Die Existenz einer Figur ist für das Mädchen ein Recht, es zu töten, niemand hat etwas dagegen.
Eine kleine Guillotine in der Mitte des von ihr vorgegebenen Handlungsraumes hat die Hinrichtungen wesentlich automatisiert, sie hat das Sterben vereinfacht, was natürlich ein großer Fortschritt ist, denn nun opfern sich die einzelnen Figuren freiwillig auf, ihren eigenen Kopf schnell loszuwerden, der ohnehin nie zum Denken da war, da in Emilys Gedanken jeder einzelne Gedanke einer anderen Figur vorgegeben ist.
Jede Figur opfert sich auf, Emilys Sadismus und Willen zu befriedigen, wenn nicht sogar den eigenen masochistischen Trieb. Eine Welt voller Triebe, wie könnte es anders sein.
Eine Gegenbewegung zu Emilys nicht urkundlicher Prinzessinnenschaft hatte sich in der Zwischenzeit jedoch auch gebildet, eine zweite Macht namens Michelle. Michelles Regellosigkeit unterscheidet sich nicht von der Regellosigkeit dieses Mädchens namens Emily. Die Triebe sind dieselben, und für alle besteht eine willenlose, Zombies ähnelnde Leidenschaft, für ihre Herrscherin zu sterben und nicht für eine andere Herrscherin getötet zu werden.
Deswegen entehren Emilys Figuren stets Michelles Figuren und umgekehrt, indem sie Räume der freien Tötung schaffen, in denen jede Figur in einem bestimmten Umkreis ihren Untergang, der nicht durch die Hand der eigenen Prinzessin gewährleistet ist, erleidet. Dabei stirbt auch der Mörder und Emily lächelt zufrieden, sodass das Heischen nach einem Lächeln von ihrer Seite einziges Existenzziel der Figuren ist, andernfalls fängt sie an, noch wahlloser zu morden, allerdings foltert sie so, dass selbst der Masochismus der einzelnen Miniatur-Existenzen nicht mehr ausreicht, um den Schmerz zu erleiden. Schreien können sie dennoch nicht. Niemand will eigenen Schaden erleiden, und eigentlich haben Emily und Michelle nichts miteinander zu tun, in ihren verschiedenen Palästen in verschiedenen Gedankenwelten, aber die Überschneidung war wohl gewollt. Sie kämpfen eigentlich nicht gegeneinander, aber das Streben nach immer intensiverer Verehrung ihrer Ideale, Emily beziehungsweise Michelle, macht die Figuren in dieser Regellosigkeit, wo gerade einmal Ideale, Motive oder Triebe eine bestehende Lebenschance haben, zu Märtyrern.
Emily und Michelle sind zehnjährige Prinzessinnen und Gegnerinnen bis in den Tod hinein. Es ist unangenehm und dennoch gemütlich, Emily spielen zu sehen. Ihr Psychologe hatte sie schon längst aufgegeben.
Als Emily eine Figur wollüstig mit der surreal anmutenden Guillotine enthauptet, muss sie ihr Abendgebet sprechen.
Als zehnjähriges Mädchen versteht sie nicht, was man unter Religion versteht. Beim Sprechen des Gebets zu dem allmächtigen Gott überkreuzt sie Zeige- und Mittelfinger ihrer rechten Hand hinter dem Rücken - die Hand, die man einer zehnjährigen Prinzessin wie Emily zum Gruße zu küssen hat.
19.12.06 23:25
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Matrix2006 (21.12.06 18:17)
Hat das was mit emyli rose zu tun?

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