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Ich versichere, dass jedes Werk, das ich auf dieser HP veröffentliche, von mir geschaffen wurde, es sei denn, es steht explizit geschrieben, dass es nicht von mir stammt. Wer eines meiner Werke für eigene Zwecke verwenden will, hat aufgrund des Urheberrechts die Pflicht mich danach um Erlaubnis zu fragen. Andernfalls folgen strafrechtliche Konsequenzen. Carsten Dietzel

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Ich stieg, wie üblich, auf dem Heimweg von der Arbeit an der Haltestelle in die U-Bahn ein. Wie üblich, waren alle Sitze besetzt, was bedauerlich war.
Ich stand also in der U-Bahn und beobachtete die Leute, die das Glück hatten, einen Sitzplatz ergattert zu haben. Da waren unter anderem eine begeisterte Leserin der Yellow Press. Ein paar Plätze weiter hörten undefinierbare Gestalten in übergroßer Kleidung Musik, die auf Sprechgesang zurückzuführen war, und ließen ebenso undefinierbare Laute von sich hören. Nochmals ein paar Plätze weiter schlug ein älterer Herr kleine Kinder mit seinem Gehstock in die Flucht. Ich gab ihm den Spitznamen “Prügel-Oppa“.
Weitere Plätze weiter… versperrte mir eine Frau die Sicht, die ich in Gedanken Angelika nannte. Ob sie so hieß, wusste ich nicht, aber ich nannte sie einfach Angelika, damit ich sie definieren konnte. Sie war ein Busenwunder, was aus ihren großen Busen resultierte. Sie sah mich an, und in ihrem Blick lag ein Satz der Begierde: “Hübscher Mann, wie wär’s denn mit uns beiden?” Natürlich sagte sie das nicht mit ihrem Mund, aber Busenwunder Angelika teilte mir dies mit ihrem Blick wollüstig mit.
“Natürlich, ich bin hin und weg von Ihnen, Angelika”, blickte ich zurück. Währenddessen wechselten wir kein Wort im wörtlichen Sinne. Die Bahn fuhr in den Tunnel ein, und Angelika blickte mir noch immer in die Augen.
“Ich auch, von Ihnen.” Ihr Blick sprach Bände, und ein nachgeworfenes stummes “Hach”, welches sich mit einem “Yo!” aus den Kopfhörern der Sprechgesang-Gestalten zu paaren begann. Ich wusste nicht, dass eine lautmalerische Penetration zweier Gefühlsausdrücke so romantisch klingen konnte.
“Was meinen Sie, sollen wir eine Beziehung führen?”, schaute ich sie mit hoffnungsvollen Augen an.
“Natürlich, warum rede ich denn sonst mit Ihnen!”, schallte es aus ihrem Blick, der signalisierte, dass diese Frau mehr wollte als nur U-Bahn fahren.
“Es ist schön, mit Ihnen zusammen zu sein. Schon seit ich sie zum ersten Mal sah, wusste ich, dass ich mit Ihnen glücklich werden kann”, überbrachte ich ihr mit meinen Augen. In diesem Moment merkte ich, dass Angelika von Anfang an dazu geschaffen war, meine Frau zu sein. Warum hatte ich das dann nicht auch von Anfang an gemerkt?
“Machen Sie mich glücklich!”, bat sie mich. Diese Frau wollte tatsächlich nicht U-Bahn fahren, merkte ich. Aber wie ich es schaffen sollte, in der U-Bahn ungestört eine Frau glücklich zu machen, wurde mir nicht klar. Das Busenwunder schaut mich erwartungsvoll an.
“Eigentlich wollte ich sagen, dass ich Sie heiraten möchte, Angelika. Nehmen Sie meinen Antrag an?” Ärgerlich war, dass ich für ausgerechnet diese Situation keine Ringe mitgenommen hatte.
Die U-Bahn fuhr in die nächste Station ein, es stiegen Menschenmassen ein und aus, darunter auch “Prügel-Oppa“, der mit seinem Stock die Station unsicher zu machen pflegte.
Endlich schlossen sich die Türen und Busenwunder Angelika stand mir wieder direkt gegenüber. “Lange nicht mehr gesehen”, merkte ich an.
“Geht mir genau so”, gab sie mit einem Wimpernschlag zu, “ich habe übrigens über die Heirat nachgedacht, und ich bin einverstanden mit Ihrem Angebot.”
“Wo sollen wir denn in die Flitterwochen hinfahren?”, fragte ich sie.
“Na, nach Hawaii, wohin sonst?”
“Und die Kinder?”
“Na, die können warten.”
“So lange?”
“Na ja”, sagte sie lautlos, “Sag mal, wer bestimmt hier eigentlich? Du oder ich?”
Ich musste zugeben, dass meine Rolle als Ehemann sich in diesem Moment als ungeeignet anbot. Aber was konnte ich schon gegen meine Frau, Busenwunder Angelika, sagen. Ich liebte sie schon seit Ewigkeiten, oder waren es sogar zwei Minuten?”
Die größte Problematik, die unsere Beziehung nach exakt drei Minuten und neunzehn Sekunden zum Scheitern brachte, war Bettina, ein noch größeres Busenwunder, das an der nächsten Station einstieg. Ich schaute ihr nach, und ich erblickte in Busenwunder Angelikas Gesicht die Worte “Ach, du verlässt mich wegen einer anderen, du Arsch? Na gut, ich lass mich scheiden!”
“Aber nicht doch, Angelika”, bat ich sie.
Ihren letzten Satz erblickte ich nicht in ihren Augen, sondern an ihrem Hintern, der mir deutlich mitteilte “Ach leck mich doch.”
Hätte ich zwar gerne getan, aber in genau diesem Moment gingen auch schon die Türen der U-Bahn zu und ich stand wieder alleine da.
Bettina schien kein Interesse an mir zu haben, ich wahrscheinlich auch nicht.
Also fuhr ich nach Hause und dachte nach, woran diese wundervolle, so lange Zeit harmonische Beziehung mit Angelika gescheitert war und beließ es dabei, dass Bettina, dieses Miststück, schuld war.
Ich hielt eh nicht besonders viel von Zufallsbekanntschaften.
15.7.06 02:17
 


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