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Ich versichere, dass jedes Werk, das ich auf dieser HP veröffentliche, von mir geschaffen wurde, es sei denn, es steht explizit geschrieben, dass es nicht von mir stammt. Wer eines meiner Werke für eigene Zwecke verwenden will, hat aufgrund des Urheberrechts die Pflicht mich danach um Erlaubnis zu fragen. Andernfalls folgen strafrechtliche Konsequenzen. Carsten Dietzel

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Die Skizze

Sie beide hatten einst auf den Mann gewartet, der es möglich machen sollte. George und Amanda, sie beide sitzen an ihrem weiß gedeckten Wohnzimmertisch inmitten eines leeren Wohnzimmers. Leer, bis auf zwei Damen, die in wunderlich erscheinenden Posen in den Bilderrahmen an der Wand ruhen. Amanda lehnt sich lässig nach hinten.
Doch zurück kann sie mit ihren Gedanken nicht mehr schauen, denn die Entscheidung, die sie beide getroffen haben, ist für die Zukunft, wie das Jetzt, das auch nur für die Zukunft bestimmt ist.
Der Stuhl knarrt ungeheuerlich, und das Echo des Geräusches verhallt in dem leeren Wohnzimmer, ohne dass sich je jemand auch nur einen einzigen Gedanken darüber gemacht hätte, wo das Geräusch nun hingegangen ist. Es ist einfach weg.
George lehnt nervös auf der weißen Tischdecke. Er sieht in das Nichts, in das pure Nichts aus weißer Tischdecke, das seine kompletten Gedanken erfüllt und seinen weißen nichts sagenden Schleier auf seine Wahrnehmung wirft. Alles ist nur noch weiß. Auf dem Weiß fängt George an zu planen, ohne jeglichen Plan – und verwirft und verwischt die Spuren seiner Gedanken wieder auf der weißen Tischdecke.
Amanda nimmt wieder eine andere Haltung ein. Sie geht in die Denkerpose, genau wie der Mann, der George vor genau einer Stunde den Kaufvertrag für den Supermarkt hat unterschreiben lassen. Nichts bewegt sich in dem vollkommen zeitlosen Raum, kein Uhrzeiger, da es auch keine Uhr gibt.
Weißer Gedankenschleier nun auch in Amandas Kopf. Der Supermarkt, einfach in der heutigen Zeit kein sicheres Unterfangen her. Man kann Entscheidungen nicht zurücknehmen, merken beide. Nicht Sekunden später, nicht Minuten später. Eben auch nicht exakt eine Stunde später, was aber in einem zeitlosen Raum eh nichts zur Sache tut. Ein Raum, in dem selbst die Gedanken still stehen. Nur nicht die Wolken, draußen, in der Stadt, inmitten der dieser Supermarkt steht. Einfach zu riskant. Nun muss das Geschäft laufen, was aber, wenn nicht? Wen soll man einstellen? Wie alles zusammenstellen? Wie soll die Buchhaltung ablaufen?
Schon zu spät! Der Kaufvertrag ist unterzeichnet, und es gibt keine andere Möglichkeit mehr, als das Geschäft zu führen, egal, was es koste.
Beide hassen sich selbst für ihre Überstürztheit. Es war einfach ein Fehler. Sie sehen in die weiße Tischdecke hinein, möchten einfach so klar und gedankenlos sein wie das Weiß. Es dringt nicht einmal in ihre Gedanken vor, denn trübe Flecke der Ungewissheit geben der weißen Tischdecke in ihren Köpfen keine Chance, rein und unbefleckt zu bleiben.
Und plötzlich, beginnt sich, wie ein Nadelstichmuster, eine ungewöhnliche Bleistiftskizze auf der Tischdecke zu zeichnen. Sie erscheint einfach, wie eine Grabinschrift, von der man gerade die Erde weggewischt hat. Sie sehen diese Skizze genau an, und strengen ihr fotografisches Gedächtnis an: das ist doch New York! Zumindest der Stadtplan, den man ihnen schon einmal gezeigt hat.
Auf einmal schießen sie aus dem Plan, der anfänglichen Skizze! Häuser, wahrscheinlich im Maßstab 1:400, erbauen sich auf dem Tisch selbst. Sie kommen aus dem Boden und bleiben solange unvollendet, bis ein Dach das Werk nicht existierender Hand beendet. Daneben stehen ebenso kleine offene Glassäulen, die wie Bambusstauden, nach oben wachsen. Zwar langsam, aber sichtbar. Bis die Höchsten von ihnen auf dem Tisch Höhen von bis zu zwei Metern erreichen und hier ihre Grenze finden. Es fahren mikroskopisch kleine Autos auf den Straßen, die sich inzwischen auch selbst erschaffen haben. Kleine Menschen auf den Straßen, Marktschreier, Neonsäulen. Ganz New York befindet sich auf der Tischdecke.
Und als ob das nicht alles gewesen wäre, setzen sich ein Nachthimmel inklusive Mond und Sterne auf die moderne Stadt, wie Dekoration. Die Lichter gehen an, und fertig ist New York bei Nacht.
Als der Nachthimmel im zeitlosen Wohnzimmer verschwindet, ist es wieder helllichter Tag.
Amanda und George betrachten die Tischdecke, in die sich mit wachsender Aufmerksamkeit ihrer Beobachtungen die Häuser und Wolkenkratzer wieder einsam zurückziehen. Erst bleibt die Skizze zurück bleibt nur noch eine weiße Tischdecke ohne Skizze.
George schaut sorgenvoll drein: “Wenn das alles doch nur so einfach wäre, wie in Gedanken eine Stadt zu schaffen...”
Amanda überlegt: “Vielleicht ist es noch viel einfacher...”
Und die Zeit läuft weiter.
10.4.06 20:40
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Andrea14m / Website (20.4.06 17:17)
oky das hab ich schon früher gelesen aber niemand hat nen kommi hinterlassen also tu ich das ^-^
also ich finds bissel komisch...du brauchst im murakami stil noch ne menge übung ^^;;> ehrlich...
aber die idee find ich gut...nur weissu was? die stadt hättest du ruhig schöner und vielfaltiger beschreiben können ^^
HDL~
*pieks*
biu~

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