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Rechtliches

Ich versichere, dass jedes Werk, das ich auf dieser HP veröffentliche, von mir geschaffen wurde, es sei denn, es steht explizit geschrieben, dass es nicht von mir stammt. Wer eines meiner Werke für eigene Zwecke verwenden will, hat aufgrund des Urheberrechts die Pflicht mich danach um Erlaubnis zu fragen. Andernfalls folgen strafrechtliche Konsequenzen. Carsten Dietzel

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Wiederkehrende Eindrücke

Es begann vor ungef?hr drei Monaten. Es war eine Zeit voller Umschw?nge, sowohl im Beruf als auch in der Liebe, dem Finanziellen, und nat?rlich in einigen privaten Angelegenheiten. Alles in Allem konnte ich es nicht gerade als negativ bezeichnen, da sich die ?nderungen in meinem Leben sehr positiv auf mich auswirkten. So konnte man es zumindest meinen, wenn man das alles v?llig objektiv betrachtete:
Im Beruf war ich zum Abteilungsleiter bef?rdert worden und hatte nun alle F?den in der Hand. Es war zwar ein wenig mehr Arbeit zu erledigen, aber ich konnte damit zurechtkommen. Schlie?lich waren es nur ein paar Akten mehr geworden, die ich durchbl?ttern musste.
In der Liebe hatte sich auch viel gebessert. So habe ich mich damals mit meiner Lebensgef?hrtin verlobt. Na gut, die Hochzeitsvorbereitungen waren sehr zeitaufwendig, aber ich konnte damit zurechtkommen. Die Hochzeit ben?tigte eben einiges an Planung.
Auf das Gehalt brauche ich wohl nicht allzu lange zu sprechen zu kommen. Es ist dank meiner Bef?rderung zum Abteilungsleiter sehr gestiegen. Ich war zwar nun auch damit besch?ftigt, Finanzielles zu regeln, aber ich konnte damit zurechtkommen.
Nun gut, pers?nlich hat sich auch eine Menge getan: ein Umzug war aufgrund meiner Verlobung mit meiner Lebensgef?hrtin von statten gegangen und ich musste nur noch alle Kartons ausr?umen. Ein n?tiges ?bel, aber ich konnte damit zurechtkommen.
Mit den ?nderungen kam also eine Menge Anstrengung (ganz ehrlich gesagt, die Anstrengungen waren weniger physischer Art, eher schon psychischer Art), aber ich konnte damit zurechtkommen. Ich kann eigentlich mit allem zurechtkommen.
Doch eines Tages wachte ich auf und merkte, dass ich ein Jahr j?nger geworden war. Nat?rlich war ich nicht j?nger geworden, aber ich merkte, dass etwas mit mir nicht stimmte. Ich hatte den Eindruck, dass ich ein Jahr j?nger geworden war, aber warum? Ich habe mit der Zeit ein ziemlich gutes Gef?hl f?r Eindr?cke entwickelt, welches mich eigentlich fast nie t?uschte. Doch diesmal gelang es diesem Gef?hl nicht, meinen Eindruck der Realit?t entsprechend zuzuordnen.
Meine Verlobte w?nschte mir nach dem Aufstehen einen guten Morgen. Und dieses guten Morgen h?rte sich auf keinen Fall an wie das, das ich sonst von ihr h?rte. Nat?rlich war der Klang derselbe, den die morgendliche Begr??ung sonst auch immer hatte, aber in meinem Geiste f?hlte ich mich pl?tzlich, als w?re es vor eineinhalb Jahren, als meine Lebensgef?hrtin zu mir zog. Es war, als w?rde ich ganz langsam in die Vergangenheit abrutschen?
Ich verlie? das Haus. Es war der Sommer, aber meine Intuition gaukelte mir die Eindr?cke des Fr?hlings vor drei Jahren vor.
Selbst die darauf folgenden Gesch?ftsbesprechungen, in denen es um komplizierte Umstrukturierungen ging, wurden zum Opfer meiner gedanklichen Reise in die Vergangenheit. Die Eindr?cke ergaben in meinem Kopf nur ein einziges Gesamtbild: Ich sa? an meinem alten Arbeitsplatz und w?rmte mir im vergangenen Winter die F??e an der Heizung.
Sogar in meine alte Gesch?ftskollegin verliebte ich mich ein weiteres Mal, aber es kam mir wie das erste Mal vor, als ich mich in genau diese Kollegin verliebt hatte. Aber das verging schnell wieder, denn kurz darauf f?hlte ich mich wieder, als h?tte ich diese Frau noch nie geliebt und h?tte diese ungl?ckliche, abgelehnte Liebe noch weit vor mir.
In der Zeit schienen sich zwar alle Uhrzeiger gew?hnlich in ihrem normalen Uhrzeigersinn zu drehen, aber in meinem Geiste liefen nicht nur die Uhren, sondern auch die Zeit allgemein r?ckw?rts. Und das mit einer betr?chtlichen Geschwindigkeit!
Als ich die Gesch?ftskonferenz verlie?, st?rmte die Zeit noch weiter zur?ck. Mein Gef?hl sagte mir, ich sitze gerade in meinem Literaturclub auf der Universit?t, aber dem war nicht so. Ich lief wie ?blich die Stra?e entlang, die mir langsam wie in meiner Kindheit vorkam, obwohl ich genau sah, dass es eine ?bliche moderne Stra?e war.
Ich setzte mich auf eine Bank und sah nun all diese Prozesse noch schneller an mir vorbeiziehen. Die Zeit lief immer schneller. Ich war irgendwann so weit, dass ich ein helles Licht auf mich zurasen sah.
Ich wurde von dichter Dunkelheit umgeworfen.
Ich wachte auf und erkannte, dass ich zuhause auf dem Sofa lag und mir meine Lebensgef?hrtin gerade berichtete, dass sie mich zusammengeklappt auf einer Parkbank gefunden hatte.
Ich denke einfach nur, das alles war nichts weiter als ein Prozess, der dem Schutz meiner selbst diente. Je mehr ?berm??igen Fortschritt ich erlebte, desto weiter rutschte ich in die Vergangenheit ab. Wahrscheinlich ein guter Grund, sich in n?chster Zeit ein wenig zu entlasten?
20.2.06 19:30
 


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