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Vom Mädchen, das sich selbst verlor (Eine Ballade)

(Inspiriert von: Stillste Stund - "Alice I (Der Spiegeltanz)" auf dem Album "Von Rosen und Neurosen" und Franz Kafkas Erzählung "Das Urteil")

Ein Mädchen, es war klein und jung,
Faszinierte seine Spiegelung –
So trieben es stets alle Sorgen
Vor den Spiegel jeden Morgen.
Da trat es einsam vor den Spiegel,
Schob ihn vor, der Türe Riegel,
Blickte traurig auf die Spiegelwand –
Die einz’ge Welt, die es verstand.

Doch die Mutter ahnte bald –
Das Herz der Tochter wurde kalt.
Es schlug mehr für die Antiwelt,
Die einzig sie am Leben hält.
So sagt‘ das Mädchen, achtlos schon:
„Lieber wär ich Reflektion.“
Die Mutter überlegte kaum –
Verbot dem Kind den Spiegelraum.

Sie fürchtet‘ ohne Spiegel sich,
Sie achtete die Mutter nicht,
Ging nachts ins Zimmer, unerkannt,
Brach ab ein Stück der Spiegelwand,
Steckt‘ es in den Schlafanzug,
Die Scherbe schnitt, es floss das Blut;
Auf ihrem Zimmer, wohlversiegelt,
Sah sie Stunden in den kleinen Spiegel.

Morgens aber, voller Wut,
Sah Mutter schon der Tochter Blut,
Schlug auf die Zimmertüre ein,
Die Tochter hörte Mutters Schrein.
Sie war noch halb dämmertrunken
In ihr Spiegelbild versunken.
Die Spiegelscherbe musste weg,
Doch war im Zimmer kein Versteck.
Da zerbiss sie – es schien ein Wunder –
Die Scherbe und schluckte sie herunter.

Die Zunge war ihr elend wund,
Blut floss nun aus ihrem Mund.
Die Mutter öffnete das Zimmer,
Die Tochter saß im Morgenschimmer,
Auf dem Bette, blutbefleckt,
Die Scherbe in sich selbst versteckt.
Mutter fragt‘, was sei hier los?
Doch die Tochter sagt‘ ihr bloß,
Sie wüsste nicht, woher das Blut,
Die Mutter ging und es war gut.
Doch das junge Mädchen wusste,
Dass Mutter alles ahnen musste.

Die Tochter spürte und erlitt,
Wie die Scherbe sie zerschnitt.
Der Splitter schnitt in ihren Bauch,
In Magen und in Lunge auch.
So wusste sie, sie musste sterben,
An den scharfen Spiegelscherben
Und hat in der letzten Nacht,
Die Tür zum Spiegelzimmer aufgemacht.
Nun trat sie schmerztrunken ein,
Sie musste bei den Spiegeln sein.

Schmerzen raubten ihr den Stand,
Sie hustete in ihre Hand,
Wo Blut sie nur noch fließen fand
Und stürzte in die Spiegelwand.
Sie wollte in den Spiegelstücken,
Ein letztes Mal sich selbst erblicken,
Der letzte Blick konnt‘ nimmer sein,
Die Scherben waren viel zu klein,
Sodass sie sich nicht mehr erkannte,
Und der Schmerz nun umso stärker brannte.
Er brannte heiß in allen Poren,
Das Mädchen hat sich selbst verloren,
Als nun die scharfe Spiegelsaat
Ihr Letztes in dem Mädchen tat.

So schlief es ein in gleicher Nacht,
Und ist nie wieder aufgewacht.
In den frühen Morgenstunden
Hatte Mutter es gefunden.
Die Mutter sah auf weißen Fliesen,
Das Blut der toten Tochter fließen,
Hob das Mädchen, zögerte nicht lange -
Und schlug es strafend auf die rechte Wange.
25.9.08 02:46
 


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