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Ich versichere, dass jedes Werk, das ich auf dieser HP veröffentliche, von mir geschaffen wurde, es sei denn, es steht explizit geschrieben, dass es nicht von mir stammt. Wer eines meiner Werke für eigene Zwecke verwenden will, hat aufgrund des Urheberrechts die Pflicht mich danach um Erlaubnis zu fragen. Andernfalls folgen strafrechtliche Konsequenzen. Carsten Dietzel

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Vollkommen normal

Manchmal gibt es bei mir Zeiten - meistens nach einem Streit - in denen ich am liebsten jemanden umbringen m?chte. Einfach so. Einfach so jemanden umbringen.
Manchmal stelle ich mir genau das vor. Ich plane den Tod einer ungeliebten Person und sehe alles vor meinem inneren Auge:
Ver?ngstigt sehe ich dich vor mir knien. ?Bitte nicht!?, flehst du mich an, mehrfach diesen einen Satz wiederholend. Die Tr?nen schie?en dir schon aus den Augen, nicht wahr? Du willst nicht sterben, nicht wahr? Du willst, dass ich dich in Frieden lasse? Mir egal! Ich m?chte dich einfach umbringen und dich dann hinter mir lassen, dass du meinen Wegen niemals folgen kannst.
Du schreist verzweifelt um Hilfe, als ich mit der Waffe aushole, doch deine Schreie verstummen in deinem Tod. In deinem Tod, verursacht durch meine eigene Hand.
Das ist der Film, der sich vor meinem inneren Auge abspielt. Er l?uft immer in dieser Form vor mir ab. Und ich kann nichts dagegen machen. Der Film ergreift aber trotzdem keinen Besitz von mir, er spielt nur mit meiner Aufmerksamkeit, die in den Momenten dieses mentalen Theaters von einem anderen wichtigen Punkt weggezogen wurde.
Wenn ich dir das jetzt erz?hlen w?rde, w?rdest du es vielleicht als krank empfinden. Doch da ich keine moralischen Grunds?tze verletze, bin ich entgegen deiner Meinung vollkommen normal.

Das Messer liegt fest in meiner Hand. Ich habe den Griff fest umklammert. Und kaum denke ich an die Sch?rfe des frisch geschliffenen gl?nzenden Messers, ergreift mich wieder dieses mentale Theater:
Ich habe soeben das Messer in deine Brust gesto?en und diesen einen Moment mit h?chsten Gef?hlen genossen. Wie du da auf dem Boden liegend jammerst, und dich in Todesschmerzen herumw?lzt, f?hle ich mich st?rker motiviert, das Messer ein weiteres Mal in deinen K?rper zu sto?en.
Einmal! Zweimal! Dreimal!
Nun bewegst du dich ?berhaupt nicht mehr. Ich ?berlege mir schon, ob ich deinem Leichnam mit dem Messer noch mehrere Wunden zuf?gen soll. Und ich best?tige meine ?berlegungen.
Ich steche so oft herein, dass das Blut nur so spritzt. Ich m?chte, dass dein gesamtes Blut an mir klebt und langsam von meinem K?rper tropft, als Zeichen meines Triumphes. Ich habe dich umgebracht, und dein Blut ist die wohltuende Erinnerung daran. Ein sch?nes Gef?hl l?uft ?ber meinen K?rper und befriedigt auch meine niedrigsten menschlichen Triebe.
Der Film endet. Ich finde mich in der Realit?t wieder. Ich halte ein sauberes Messer in der Hand, keinerlei Spuren von Blut. Es ist ungew?hnlich, wie realistisch diese Visionen vor meinem inneren Auge erscheinen und mich aus meiner alten Realit?t zerren wollen. Und es gelingt ihnen jedes Mal, wenn sie kommen. Ich will diese Visionen auch gar nicht verlieren, weil sie ein Teil meiner selbst sind.
Krank w?rdest du es nennen, erz?hlte ich dir von meinen st?ndigen Empfindungen dieses Mentaltheaters. Aber verstehe doch, dass ich damit keine Moral breche. Unsere Meinungen stehen gegeneinander, aber ich habe Recht. Also bin ich doch vollkommen normal.

Ich halte das Messer in der Hand. Und schon wieder ergreift der Film Besitz von mir, diesmal aber so stark, dass ich fast in mir zusammenbreche:
Ich stehe mit dem Messer vor dir. Du willst nicht sterben und flehst mich an, ich solle dich doch nicht umbringen. ?Bitte nicht! Lass mich leben! Lass mich in Frieden weiterleben!? Das ist mir doch egal, was du willst. Ich nehme das Messer und jage es mehrfach in deinen verwundbaren K?rper.
Einmal! Zweimal! Dreimal!
Du w?lzt dich auf dem Boden, doch ich kenne keine Gnade und besiegle weiterhin dein Todesschicksal. Es folgen weitere Stiche.
Ein Stich! Zwei Stiche! Drei Stiche!
Nun bist du tot. Ich bade in deinem Blut und lasse mit behutsamen Messerstichen weitere Blutfont?nen aus dir herausspritzen, mit denen ich meinen Triumph begie?e. Und meinen K?rper, der voll mit diesem Triumph ist.
Der Film endet. Und ich erkenne, dass es sich dieses Mal nicht um eine Vision gehandelt hat, nicht einmal um einen Film ?berhaupt. Was ich eben tat, war real!
Aber entsprach das nicht eigentlich meinen Vorstellungen? Wollte ich nicht eigentlich morden? Ich wollte morden! Na also!
Das war krank, h?ttest du vielleicht gesagt. Aber habe ich damit meine eigene Moral angegriffen? Nein! Egal, was du gesagt h?ttest. So gesehen bin ich doch vollkommen normal?
21.1.06 19:26
 


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Kogoro Akechi / Website (4.3.09 03:05)
Werde ich mir zu Herzen nehmen, Mr. Spambot

Gruß,
Carsten

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