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Ich versichere, dass jedes Werk, das ich auf dieser HP veröffentliche, von mir geschaffen wurde, es sei denn, es steht explizit geschrieben, dass es nicht von mir stammt. Wer eines meiner Werke für eigene Zwecke verwenden will, hat aufgrund des Urheberrechts die Pflicht mich danach um Erlaubnis zu fragen. Andernfalls folgen strafrechtliche Konsequenzen. Carsten Dietzel

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Der Skandalreporter

Mein Name ist John Blake. Ich war Skandalreporter und wohne zurzeit in einer Luxusappartementwohnung inmitten von London.
Ich war ein Mann, der ?ber Karrieren entscheiden konnte, wenn das Budget gestimmt hat. Schon viele Menschen, die meisten davon waren angesehene Politiker, wurden durch meine Artikel schlecht hingestellt.
Ich schrieb Artikel f?r die ?Sun?, eine Zeitung, die es verstand, Leute mit an den Haaren herbeigezogenen ?Tatsachenberichten? zu ruinieren. Mein Gehalt entsprach damals ungef?hr 20.000? im Monat.
Doch eines Tages ereignete sich etwas, was mich zum ersten Mal dar?ber nachdenken lie?, ob das, was ich machte, wirklich richtig war:
Es war Sonntag Nachmittag. Ich sa? gerade an einem Artikel ?ber einen Spendenskandal, als pl?tzlich mein Telefon klingelte. Langsam hob ich den H?rer ab und nahm ihn ans Ohr. Ich erwartete eigentlich um diese Zeit keine Anrufe, da meine Auftraggeber mich normalerweise nur unter der Woche anriefen, und das abends.
Die langsame m?nnlich Stimme, die ich am Telefon h?rte, war tief, rau und be?ngstigend: ?Kommen Sie in zwei Stunden zum Bootssteg 35. Ich w?rde dort gerne etwas mit Ihnen besprechen, Mister Blake. Kommen Sie bitte p?nktlich.?
Bevor ich fragen konnte, worum es bei dem Treffen gehen sollte, hatte der mysteri?se Anrufer auch schon wieder aufgelegt.
Dennoch dachte ich an einen lukrativen Auftrag und fuhr mit meinem blauen Mini-Van zu Bootssteg 35.
Ich kam zwar p?nktlich an, doch statt eines Auftraggebers lachte mir auf dem Bootssteg eine antike schwarze Schreibmaschine ins Gesicht, in der ein Blatt steckte.
Ich n?herte mich langsam der Schreibmaschine mit dem Blatt und las das, was auf diesem Blatt stand:
?Sie sind schuld an der Misere, die sich zurzeit hier in London ereignet.?
Ich war nicht schockiert, schon eher w?tend ?ber die Notiz. Mir kam es so vor als wollte jemand meine wertvolle Zeit verschwenden, indem er mich an einen Bootssteg bestellte, wo nichts weiter als ein Blatt Papier und eine alte Schreibmaschine standen.
Mich packte die Wut. Ich zog die Notiz mit einem starken Ruck aus der Schreibmaschine, zerriss das Blatt und warf dieses in das ohnehin schon sehr verschmutzte Wasser der Themse.
Just in diesem Moment, in dem ich den wegtreibenden Fetzen nachsah, h?rte ich hinter mir langsame Schritte. Noch bevor ich mich umdrehen konnte, wurde mir ein s??lich riechendes Tuch vor Mund und Nase gehalten. Ich kannte diesen Duft noch von meinem fr?heren Chemieunterricht: Chloroform!!!
Schon verlor ich das Bewusstsein?

Ich wachte auf. Der Boden unter mir schwankte. Ich versuchte aufzustehen, was sich allerdings als unm?glich erwies, da ich gefesselt worden war. Es war mir gerade noch m?glich, aufzusitzen.
Nun musste ich feststellen, dass ich von Wasser umgeben war, nur der Boden unter mir war trocken - Ich befand mich in einem Ruderboot mitten auf der Themse.
Vor mir sa? eine Person, die mir den R?cken zugewandt hatte. Sie war schwarz gekleidet und hatte kurze braune Haare.
Ich rief der Person zu: ?Wer sind Sie? Was wollen Sie von mir??
Die Person - an der Stimme erkannte ich, dass es der Anrufer war - gab mir keine Antwort auf meine Fragen, sondern stellte selbst eine Frage: ?Kennen Sie einen gewissen Bill Grant? Sie haben doch ?ber ihn in der ?Sun? einen Artikel verfasst.?
Ich ?berlegte und antwortete, immer noch benebelt von dem Chloroform, mit dem man mich bet?ubt hatte: ?Ich kenne diese Person nicht. Sollte ich tats?chlich einen Artikel ?ber diese Person verfasst haben, ist der Name sicherlich zwischen den vielen anderen aus meinem Ged?chtnis verschwunden.?
?Dann werde ich Ihrem Ged?chtnis mal auf die Spr?nge helfen?, sagte die Person und drehte sich um. Als ich nun in das Gesicht dieses Mannes sah, traf mich der Schlag: Der Mann, der mich entf?hrt hatte, war Bill Grant!
Mir fiel alles wieder ein: Bill Grant hat f?r die letzte Stadtb?rgermeisterwahl kandidiert und hatte, sollte er zum Stadtb?rgermeister gew?hlt werden, vor, die Themse zu s?ubern. Ich bekam den Auftrag, einen Artikel gegen Grant zu schreiben, in dem es darum ging, dass Grant seine Projekte nicht durchsetzen k?nne. Grants Beliebtheit sank rapide und sein Konkurrent Alan White gewann die Wahl letztendlich.
Aber wollte sich Grant nun wirklich an mir daf?r r?chen, dass er es nicht zum B?rgermeister geschafft hatte?
?Erinnern Sie sich wieder an mich??, fragte Grant mit ernstem Blick, ?Jetzt wissen Sie, warum ich die Schreibmaschine mit der Notiz an die Themse gestellt habe: Ich hatte damals vor, die Themse zu s?ubern. Sehen Sie sich doch mal den Fluss an, dass war dringend n?tig!
Alan White, dieser Nichtsnutz von B?rgermeister, hatte jedoch vor, mit den Steuergeldern der B?rger das Rathaus streichen zu lassen. Ich h?tte ja die Wahl gewonnen, w?ren Sie nur nicht mit Ihrem verdammten Artikel gewesen.
Mit der Nachricht in der Schreibmaschine wollte ich Sie zum Nachdenken anregen, aber was haben Sie gemacht? Sie haben einfach die Nachricht ignoriert und in die ohnehin schon verschmutzte Themse geworfen. Da Sie auf die Nachricht nicht reagierten, musste ich gr?bere Methoden anwenden. Also habe ich Sie mit dem Chloroform bet?ubt und bin mit Ihnen im Boot auf die Themse herausgefahren, um Ihnen zu zeigen, was Sie mit Ihren Berichten angerichtet haben.
Ich werde Sie jetzt gehen lassen. Machen Sie das, was Sie jetzt f?r richtig halten!?
Das Boot legte wieder an Bootssteg 35 an. Grant l?ste mich von meinen Fesseln und lie? mich frei.
Daraufhin legte das Boot wieder ab, mit diesem auch Bill Grant.
Die ganzen Wochen versuchte ich dennoch weiter an den Skandalartikeln zu schreiben, doch es funktionierte nicht mehr. Ich konnte einfach nicht mehr solche Artikel schreiben, wei? Gott warum. Es lag wahrscheinlich an meinem schlechten Gewissen Bill Grant gegen?ber.
Wochen sp?ter k?ndigte ich meine Anstellung bei der ?Sun? und wechselte zur ?Times?, einer seri?sen Zeitung.
Ich tat das nicht f?r Bill Grant oder f?r mich, sondern f?r London.
25.10.05 22:02
 


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